Der als "Mr. Dax" bekanntgewordene Börsen- und Finanzexperte Dirk Müller rechnet bereits in der nahen Zukunft mit dem größten Finanzcrash der Weltgeschichte. "Wir laufen auf den größten Crash zu, den die Geschichte jemals gesehen hat", sagt Dirk Müller in einem aktuellen Youtube-Video. Er glaube allerdings nicht, dass der aktuelle Crash bereits "the big one", also der ganz große Crash, sei - auch wenn man dies nicht völlig ausschließen könne. "Ich glaube eher, dass es hier bisher um ein Rausschütteln geht, dass hier einfach mal durchgesiebt wird." Dadurch könne die Situation sogar für einige Monate bereinigt werden, so dass anschließend wieder stark steigende Kurse möglich seien.

    Den Auslöser der ganz großen Krise hat Müller bereits ausgemacht: "Am Ende werden es die steigenden US-Zinsen sein, die die Katastrophe auslösen, da bin ich mir relativ sicher." Dabei sei es egal, ob die US-Notenbank die Zinsen weiter anhebe oder ob der Markt wegen der steigenden Inflation selbst für einen Renditeanstieg bei US-Anleihen sorge. "Egal was die Fed macht, wir laufen in diese Zinssteigerungskatastrophe rein, und das wird den größten Crash der Geschichte bringen, oder jedenfalls den größten Crash, den wir zu Lebzeiten erlebt haben." Der Zeitpunkt müsse aber jetzt noch nicht gekommen sein, es sei noch "ein paar Monate" Zeit.

    Verantwortlich für den jüngsten Sell-off macht Müller insbesondere das automatisierte Algo-Trading in Verbindung mit sogenannten Short-Vola-Strategien. Weltweit würden 3,6 Billionen US-Dollar durch Hedgefonds verwaltet, von denen inzwischen viele auf automatische Strategien setzen. Rund 190 Milliarden Dollar seien in Strategien geparkt, bei denen Volatilität systematisch geshortet werde. "In dem Moment wo das kippt, wo der erste anfängt zu verkaufen, in dem Augenblick kommt die ganze Lawine hinterher, müssen die alle sich drehen", erklärt Müller. Die VIX-Volatilitätsfutures seien am Montagabend um 165 Prozent in die Höhe geschossen. "Hier war ein Blutbad, hier mussten diese Hedgefonds ihre Positionen schließen. Das war ein Flash Crash. Die ersten haben verkauft, immer mehr Computerprogramme haben automatisch weiterverkauft", erläutert Müller. Daraus sei ein "schneeballartiges Abverkaufssystem" entstanden, das zusammen mit zahlreichen Stop-Loss-Aufträgen auf alle Märkte durchgeschlagen habe.

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    Das komplette Video mit Dirk Müller können Sie hier ansehen:

    https://www.youtube.com/watch?v=VGqfxd3DgKA

    Wie geht es nach dem Sell-off an den Märkten weiter? Steht der Bullenmarkt vor seinem endgültigen Ende? Oder könnte sich die jüngste Schwäche sogar als guter Einstiegszeitpunkt entpuppen? Diese Fragen werden André Rain und ich heute Abend in einem Börsen-Talk beantworten. Melden Sie sich hier kostenlos an!