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Dividenden sind etwas Großartiges. Das zeigt zum Beispiel auch der Dax. Der Dax Performance Index berücksichtigt Dividenden und steht so immerhin in der Nähe von 12.000 Punkten. Vor dem letzten großen Top 2007 stand der Index bei 8.000 Punkten. Großzügig gerundet steht der Dax heute 50 % höher als damals. Der Dax Kursindex, der keine Dividenden berücksichtigt, steht bei 5.200 Punkten. Das ist genauso hoch wie 2007. Die Performance liegt bei 0 %. Den Unterschied zwischen den Indizes sind die Dividenden, die reinvestiert werden. Ein ähnliches Beispiel gibt es in den USA. Dort gibt es einen S&P Index, der sich auf jene Unternehmen fokussiert, die ihre Dividenden über viele Jahre erhöht haben. Dieser Dividend Aristocrat Index hat den S&P 500 Index (inklusive Dividenden) in den letzten 10 Jahren um 40 % geschlagen.


Es gibt also zwei wichtige Schlussfolgerungen. Die erste besagt, dass man Dividenden einsammeln und reinvestieren sollte. Je höher und zuverlässiger diese Dividenden sind, desto besser. Das ist die zweite Schlussfolgerung. Beide sind intuitiv und doch hält sich kaum jemand daran.

Gerade in diesen Tagen sollten Dividenden bei Anlegern sehr beliebt sein. Die Zinsen fallen global ins Bodenlose. Wer Rendite bzw. regelmäßiges Einkommen haben will, ist auf Dividenden angewiesen. Mit Anleihen gewinnt man nichts mehr. Inzwischen zahlt man dem Staat Geld dafür, dass man ihm über mehrere Jahrzehnte Geld leiht. Das ist Wahnsinn.

Eigentlich sollten sich Anleger um Dividenden reißen. Bis zu einem gewissen Grad geschieht das auch. Anders ist kaum zu erklären, weshalb Aktien global relativ gut performen. Auch wenn die letzten Tage volatil waren, kann man an den Kursen nicht erkennen, dass wir in einer ziemlichen Misere stecken und die Weltwirtschaft auf die größte Krise seit 2008 zusteuert.

Man kann allerdings in jedem Marktumfeld Schnäppchen finden. Obwohl die Zinsen stark gefallen sind, haben Dividendenwerte nicht so stark zugelegt wie man im Normalfall erwarten würde. Vergleicht man die Dividend Aristocrats mit dem S&P 500 und der Zinsentwicklung, dann müssten die Dividend Aristocrats höher stehen (Grafik 2).


Die Divergenz zwischen Zins- und Kursentwicklung ist frappierend. Im Vergleich zum S&P 500 sollten die Dividendenwerte deutlicher zulegen. So groß wie jetzt war die Divergenz selbst 2011 nicht. Damals holten Dividendenwerte nicht alles auf, was die Zinsen ankündigten, doch bis Mitte 2013 ließ sich die Outperformance doch sehen.

Eine ähnliche Entwicklung ist in den kommenden Monaten zu erwarten, vorausgesetzt, die Zinsen steigen nicht plötzlich wieder auf 2,5 %. Das ist eher unwahrscheinlich. Derzeit ist es also ziemlich attraktiv, Dividend Aristocrats zu kaufen. Entsprechende ETFs findet man relativ leicht.