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Eine Meldung machte gestern weltweit Schlagzeilen: General Electric Ckürzt seine Dividende. Sie wird auch nicht einfach gekürzt, sie wird halbiert. Das gibt eine schöne Story. Wieso? Weil GE eigentlich ein zuverlässiger Dividendenzahler ist.

General Electric zahlt seit 1899 Dividenden. Von der Großen Depression und der Finanzkrise abgesehen wurde die Dividende stetig erhöht. Wenn es einmal nicht so gut lief, wie etwa Ende der 60er Jahre, blieb die Dividende halt konstant. Aber kürzen? Das ging nicht.

Der neue CEO bricht mit der Tradition. Für Anleger scheint das ein Horror zu sein. Die Aktie verliert kräftig. Sie geht geradezu in einen Sturzflug über. Und an dieser Stelle greife zumindest ich mir an den Kopf.

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General Electric Co.

Der Umsatz des Unternehmens stagniert seit Jahren. Das Budget für Forschung und Entwicklung ist eine Schande. Es liegt bei 4 % des Umsatzes. Als sparsam geltende Unternehmen wie General Motors geben da mehr aus. Für eine Firma, die in Bereichen wie Energie, Medizintechnik, Luftfahrt und erneuerbaren Energien tätig ist, ist das ein Witz.

Die Halbierung der Dividende spart GE etwa 4 Mrd. pro Jahr. Würde all das Geld in Forschung und Entwicklung gesteckt, hätte sich das Budget schon verdoppelt. Damit kann man etwas bewegen. Mit einem bestehenden Budget von 4 Mrd. kann ein Firma in mehreren Geschäftsfeldern im Wettbewerb kaum punkten. Kein Wunder, dass das Geschäft seit Jahren nicht wächst.

Zudem ist GE mit über 100 Mrd. Dollar verschuldet und zahlt dafür pro Quartal 1,2 Mrd. an Zinsen. Unter diesen Umständen ist eine Dividendenkürzung das einzig Richtige. Anleger reagieren dennoch mit Panikverkäufen. Sie verkaufen einen Strategiewechsel, der langfristig sehr viel nachhaltiger ist als Dividenden, die sich das Unternehmen gar nicht leisten kann. Da fragt man sich schon, ob es überhaupt noch Investoren auf dem Markt gibt oder nur noch gierige Spekulanten, denen Financial Engineering wichtiger ist als ein Geschäftsmodell.

Clemens Schmale

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