Wer besser abschneiden will als der Gesamtmarkt, braucht keine besonders ausgefeilten Strategien. Schon mit ganz einfachen Auswahlkriterien wie niedriges KGV oder hohe Dividendenrendite können Anleger in vielen Jahren besser fahren als der Gesamtmarkt.

    Ein Klassiker unter den Stockpicking-Strategien, der mit wenig Aufwand auch von Privatanlegern umgesetzt werden kann, ist die „Dogs of the Dow“-Strategie, die vom US-Fondsmanager Michael O'Higgins bereits vor Jahrzehnten entwickelt wurde.

    Nach dieser Strategie werden zu Beginn eines neuen Jahres die zehn Aktien aus dem Dow Jones Industrial Average mit der höchsten Dividendenrendite gekauft. Aktien mit hoher Dividendenrendite sind (im Verhältnis zu ihren Ausschüttungen) günstig bewertet, woraus sich auch die umgangssprachliche Bezeichnung „Dog“ ableitet. In jede der zehn Aktien wird zu Beginn des Jahres der gleiche Dollar-Betrag investiert. Die Aktien werden bis zum Beginn des nächsten Jahres gehalten, wenn das Depot nach den genannten Regeln neu zusammengestellt wird.

    Auf lange Sicht konnten Anleger mit der „Dogs of the Dow“-Strategie besser abschneiden als der Gesamtmarkt. Vom Jahr 2000 bis Ende 2014 konnten „Dogs“-Anleger eine jährliche Rendite von 8,3 Prozent erzielen. Anleger, die in den kompletten Dow Jones investierten (z.B. über einen ETF), kamen vor Kosten inklusive Dividende nur auf 6,7 Prozent pro Jahr (Quelle).

    Eine Verbesserung der Strategie lässt sich noch erreichen, wenn aus den zehn ausgewählten Dividendenaktien nur die fünf Aktien gekauft werden, die rein optisch den niedrigsten Kurs aufweisen. Die absolute Höhe des Kurses dürfte für den Anlageerfolg zwar eigentlich keine Rolle spielen, da die Kurshöhe nur dann eine sinnvolle Information liefert, wenn sie zu einer Größe wie dem Gewinn je Aktie oder Buchwert je Aktie ins Verhältnis gesetzt wird. In der Realität scheinen aber Anleger Aktien mit „optisch“ niedrigem Kurs zu bevorzugen. Nach der „Small Dogs of the Dow“-Strategie werden aus den zehn Aktien mit der höchsten Dividendenrendite nur die fünf Aktien gekauft, die rein optisch den niedrigsten Kurs aufweisen. Mit dieser Strategie hätten Anleger seit dem Jahr 2000 (inklusive Dividenden) eine jährliche Performance von 10,1 Prozent erzielt und damit den Gesamtmarkt um ganze 3,4 Prozentpunkte übertroffen.

    Dogs of the Dow: Die Aktien für 2016 

    Die folgende Tabelle enthält die „Dogs of the Dow“-Aktien für das Jahr 2016. Zunächst wurde mit dem Screener auf der Investment- und Analyseplattform Guidants eine Grobauswahl der infrage kommenden Aktien vorgenommen. Anschließend wurden die Schlusskurse vom 31.12.2015 sowie die letzte des Unternehmens angekündigte Quartalsdividende ermittelt. Aus der Quartalsdividende wurde durch Multiplikation mit vier die voraussichtliche Dividende im Gesamtjahr errechnet. Die Dividendenrendite wurde durch Division der so ermittelten Gesamtjahresdividende durch den Kurs errechnet. Aktien, die fett markiert sind, würden auch nach der Strategie „Small Dogs of the Dow“ gekauft.

    Aktie Kurs (31.12.2015) in $ Quartalsdividende in $ Gesamtjahresdividende in $ Dividendenrendite
    Verizon 46,22  0,565  2,26  4,89 %
    Chevron 89,96  1,07  4,28  4,76 %
    Caterpillar 67,96  0,77  3,08  4,53 %
    IBM 137,62  1,30  5,20  3,78 %
    ExxonMobil 77,95  0,73  2,92  3,75 %
    Pfizer 32,28  0,30  1,20  3,72 %
    Merck & Co. 52,82  0,46  1,84  3,48 %
    Procter & Gamble 79,41  0,6629  2,6516  3,34 %
    Wal-Mart 61,3  0,49  1,96  3,20 %
    Cisco Systems 27,155  0,21  0,84  3,09 %