Auch wenn es diese Woche wieder nach Entspannung aussieht und der DAX am Mittwoch sogar ein neues Rekordhoch erklimmen konnte, bleiben die steigenden Zinsen perspektivisch ein Problem für Aktienanleger. Ganz besonders zeigt sich das in den Technologieindizes Nasdaq-100 und TecDAX, die inzwischen einigermaßen angeschlagen aussehen.

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10-jährige US-Anleihenrendite

Nach Einschätzung von Michael Every von der Rabobank werden die Zentralbanken mehr unternehmen müssen, um die Situation unter Kontrolle zu halten. Dazu würden vielleicht auch keine reinen Wortmeldungen von Notenbankern mehr reichen, schrieb Every am Dienstag auf der Internetplattform Zerohedge. Stattdessen müssten die anderen Notenbanken wohl mehr wie die australische Notenbank RBA handeln, die am Montag ihre QE-Käufe am langen Ende auf ein Volumen von 4 Mrd. australische Dollar verdoppelt habe.

Every verweist darauf, dass die Notenbanken tatsächlich die Zinskurve kontrollieren und auch die längerfristigen Zinsen genau dort festnageln könnten, wo sie sie haben wollen. Ein Beispiel dafür gibt die Bank of Japan, die schon seit einigen Jahren im Rahmen ihrer Zinskurvenkontrolle ein Ziel für die zehnjährige Anleiherendite in der Nähe von null festschreibt. Durch dieses Ziel konnte die BoJ ihre Anleihenkäufe sogar reduzieren, weil sich Marktteilnehmer nicht mehr trauten, auf Abweichungen vom Zinsziel zu wetten.

Michael Every gibt aber zu bedenken, dass es nach einem solchen Schritt keinen Weg zurück zu normalen Märkten mehr gebe. "Keine Kräuselungen, keine Wellen, keine Gezeiten. Das Meer wird künstlich beruhigt - aber eine Menge wichtige Dinge werden trotzdem ertrinken", schreibt Every.

Konkret sieht Every derzeit drei Szenarien, wie sich die Situation weiterentwickeln könnte:

1. Möglichkeit: "Die Notenbanken weigern sich, einzuschreiten, die längeren Renditen steigen deutlich (...) und Aktien werden nach unten gezogen, der Dollar wird nach oben geschoben, Rohstoffe nach unten gezogen, die Märkte fangen an, in Panik zu geraten, die Regierungen fangen an, in Panik zu geraten, Unternehmen fangen an, in Panik zu geraten (...). Ergebnis wäre laut Every ein Absturz von Risk Assets wie Aktien, alle würden in "Lumpen herumlaufen (...) und sich am kurzen Ende der Ertragskurve unter einem einsamen Kokosnussbaum zusammengepfercht" wiederfinden.

2. Möglichkeit: "Zentralbanken greifen ein, die längeren Zinsen werden nach unten gedrückt, wie wir am Montag in Australien gesehen haben; Aktien erholen sich weiter; der US-Dollar wird nach unten gedrückt (vorausgesetzt, die Fed tut dies); Rohstoffe werden hochgeschoben; die Märkte laufen heiß (...)". In diesem Szenario würden Risk Assets wie Aktien weiter steigen und Unternehmen könnten "nützliche Projekte" wie die World Islands in Dubai umsetzen. "Diese langfristigen Vermögenswerte dürfen auf künstlichen Inseln sitzen und Cocktails unter Kokospalmen trinken, während die Arbeitskräfte mit den Haien in wellenfreien Meeren schwimmen, um ihnen die Getränke zu servieren", schreibt Every.

3. Möglichkeit: "Zentralbanken und Regierungen greifen ein; und sie konzentrieren sich *direkt* auf den Arbeitsmarkt, bei dem eine ganze Reihe von Deichen gebaut werden müssen, um die Liquidität drinnen und andere Fischer draußen zu halten." In dieser "proletarischen Version" der World Islands in Dubai dürften nur die Reichen nicht mitspielen, mutmaßt Every. Sie würden "auf die eine oder andere Weise" auf eine einsame Insel verbannt werden müssen.


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