Tokio (Godmode-Trader.de) - Japans Exportwirtschaft hat sich im Oktober stabilisiert. Grund war vor allem ein reger Austausch mit mit dem wichtigen Handelspartner China.

Die Ausfuhren gingen im Vergleich zum Vorjahr nur noch um 0,2 Prozent zurück, wie das japanische Finanzministerium am Mittwoch mitteilte. Experten hatten mit einem deutlich stärkeren Rückgang um 4,5 Prozent gerechnet, nachdem es im Vormonat September noch zu einem Rückschlag um 4,9 Prozent gekommen war. Auf Monatssicht stiegen die Exporte im Oktober bereits wieder um 2,6 Prozent.

Die Ausfuhren in die ASEAN-Länder zogen stark an. Hier kam es noch zu einem Rückgang um 3,6 Prozent im Jahresvergleich, nach einem Einbruch um 17,7 Prozent im September. Die Ausfuhren nach China stiegen im Oktober um 10,2 Prozent im Jahresvergleich und lagen damit geringfügig unter dem Anstieg von 14 Prozent im September. Auch die Exporte nach Westeuropa und Nordamerika schwächten sich im Vergleich zum September etwas ab.

Die japanischen Importe haben sich hingegen auch im Oktober auf Jahressicht schwach entwickelt. Bei den Einfuhren meldete das Finanzministerium einen Rückgang im Jahresvergleich um 13,3 Prozent nach einem Minus von 17,4 Prozent im Vormonat. Die Daten für den Monatsvergleich fielen mit einem Anstieg der Importwerte um 5,1 Prozent aber robust aus. Für Analysten ist dies ein weiterer Beweis dafür, dass die Inlandsnachfrage im Oktober einen höheren Gang eingelegt hat. In der japanischen Handelsbilanz wurde für Oktober ein Überschuss von 873 Mrd. Yen gemeldet, nach 688 Mrd. Yen im September.

Mit Blick auf die Zukunft deutet die Komponente „neue Exportaufträge" des Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe darauf hin, dass der japanische Außenhandel kurz davor ist, wieder sein Niveau von vor dem Virusausbruch zu erreichen.

Allerdings könnte die erneute Welle an Corona-Infizierten dem Ganzen einen Strich durch die Rechnung machen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Japan ist erstmals seit Ausbruch des Virus auf mehr als 2.000 Fälle gestiegen. Experten sehen hinter den erneut drastisch steigenden Fallzahlen in Japan bereits die dritte Infektionswelle, auch wenn die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im internationalen Vergleich weiterhin relativ gut dasteht. Praktisch jeder Bürger in dem Land trägt eine Schutzmaske.