• Dürr AG - Kürzel: DUE - ISIN: DE0005565204
    Börse: XETRA / Kursstand: 31,970 €

Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Der Dürr-Aktienkurs sank nach seiner jüngsten Herabstufung am 6. Mai 2019 um rund 20 Prozent, was auf enttäuschende Ergebnisse im ersten Quartal sowie auf wachsende Unsicherheiten in den wichtigsten Kundenbranchen zurückzuführen ist, schreibt Warburg-Analyst Christian Cohrs in einer am Dienstag vorgelegten Studie. Mit einem KGV 2020e von 12x notiere die Aktie nun im Einklang mit den Branchen-Peers für den deutschen Maschinenbau (Median 12x) und vor den Automobilzulieferern (9x).

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Dieser Vergleich berücksichtigt aus Sicht von Analyst Cohrs jedoch nicht ausreichend das übergeordnete Risikoprofil des Unternehmens. Im Bereich Automotive sei das Geschäftsmodell von Dürr nicht nur in Bezug auf die verschiedenen Antriebsarten (Diesel, Benzin, Hybrid oder Elektro) weitgehend offen aufgestellt; der Aufstieg neuer Akteure im Bereich der Elektrofahrzeuge sei auch ein Impulsgeber für die Projektpipeline.

Während die aktuelle Diskussion um die Einführung von Ausfuhrbeschränkungen und Zöllen für die gesamte Branche deutlich negativ ist, könnten die Auswirkungen auf Dürr laut Cohrs nicht so gravierend sein, wenn die Automobilhersteller ihr globales Produktionsnetzwerk neu ausrichten.

Wie erwartet war der Auftragseingang im ersten Quartal erfreulich und das Umsatzwachstum robust. Die EBIT-Marge des Konzerns von 5,1 Prozent lag jedoch deutlich unter seiner Prognose, so Cohrs. Während die Verschlechterung der Rentabilität im Bereich Measuring & Process teilweise auf strategische Initiativen zurückzuführen sei, lägen die Margen bei Paint & Final Assembly und Homag unter den bereits schwachen Vorjahreswerten, was auf einen ungünstigen Mix aus höheren Löhnen, preisgünstigen Projekten und einer teilweisen Unterauslastung hinweise.

Für die kommenden Quartale erwartet der Warburg-Analyst jedoch eine allmähliche operative Verbesserung, die auf eine Kombination aus höheren Projektmargen (der Wettbewerbsdruck in den mit der Lackiererei verbundenen Geschäften hat sich ab 2018 verringert, so dass nun höherpreisige Aufträge in die Ausführungsphase eintreten) sowie einer strengeren Kostenkontrolle und steigender Erträge aus den im vergangenen Jahr umgesetzten Restrukturierungsmaßnahmen zurückzuführen sei. Cohrs geht insgesamt von einem moderaten Anstieg des EBIT bereinigt um sechs Prozent (gegenüber minus vier Prozent in Q1/19) für das Gesamtjahr aus, was eine solide Beschleunigung des zugrunde liegenden Ertragswachstums im Laufe des Jahres bedeutet.

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Dürr AG