Bad Salzuflen (BoerseGo.de) – Nach der Erholung in den Vormonaten mussten die Edelmetallpreise im September eine Korrektur hinnehmen. Gold schloss mit einem Kurs von 1.329 US-Dollar pro Unze ab und verbuchte ein Minus von 4,7 Prozent. Silber konnte die relative Stärke zum Gold in den letzten Wochen nicht halten und musste einen Verlust von 7,7 Prozent hinnehmen. „Nach der kräftigen Erholung im Juli und August ist das eine vernünftige und gesunde Korrektur“, sagt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. Dennoch sollten die Kurse jetzt wieder nach oben drehen, sonst könne man nicht von einer Trendwende sprechen. Zwar stieg der Goldpreis nach der überraschenden Bekanntgabe der US-Notenbank weiterhin frisches Geld in die Märkte zu pumpen, konnte diesen Trend jedoch nicht halten.

    „So überraschend war die Fed-Bekanntgabe gar nicht. Der US-Notenbank bleibt gar nichts anderes übrig, als weiterhin frisches Geld zu drucken, denn sonst würgen sie die Wirtschaft ab“, sagt Siegel. Auch der Einfluss der anstehenden „Goldenen Woche“ in China auf den Goldpreis sei relativ gering. Zwischen dem 1. und 7. Oktober haben Chinesen Ferien zum Nationalfeiertag und erhalten an vielen Urlaubsorten hohe Rabatte auf das gelbe Edelmetall. „Dieses Gold muss aber schon vor Monaten importiert worden sein und der Goldpreis hätte deutlich steigen müssen. Dies ist aber nicht passiert“, sagt Siegel. Dennoch habe China Indien als größten Goldimporteur abgelöst. Ein Grund dafür sei die dritte Importsteuererhöhung der indischen Regierung auf Gold in diesem Jahr, die inzwischen bei 15 Prozent liegt. „China ist mittlerweile der fundamentale Anker für den Goldpreis“, so der Edelmetallexperte.

    Platin erwischte einen schwachen Monat und verlor 7,6 Prozent. Bei einem Kurs von 1.404 US-Dollar pro Unze wird das Metall aber weiterhin teurer als Gold gehandelt. Eine bessere Entwicklung kann Palladium mit einem leichten Plus von 0,4 Prozent vorweisen. „Palladium wird insbesondere für Katalysatoren bei Benzin-Motoren verwendet und profitiert weiterhin von den boomenden Automärkten in den USA und China“, sagt Siegel. Im Gegensatz dazu habe Platin als Industriemetall für die Herstellung von Diesel-Katalysatoren hauptsächlich mit der Flaute in der europäischen Autoindustrie zu kämpfen.