1. Es kam in der vergangenen Woche zu einem deutlichen Einbruch der Rohöllagerbestände in den USA. Die Ölvorräte verringerten sich binnen einer Woche um 6,0 Mio. Barrels und sorgten an den Märkten für eine deutlich negative Überraschung (Bloomberg-Median: -1,3 Mio. Barrels). Der Abbau entspricht einem Verbrauch von 1,8 % der gesamten US-Lagerbestände an Rohöl. Das durch hohe Preise verringerte Importvolumen von Rohöl dürfte hierbei eine Rolle gespielt haben. Bei den Benzinvorräten sieht man seit nunmehr ca. einem Monat eine tendenzielle Seitwärtsbewegung. In der vergangenen Woche wurden die Benzinlagerbestände im Einklang mit den Erwartungen geringfügig um 0,4 Mio. Barrels abgebaut (Bloomberg-Median: -0,3 Mio. Barrels).

Dabei verharrte die US-Benzinnachfrage mit täglich 9,62 Mio. Barrels nahe dem Allzeithoch von 9,72 Mio. Barrels, das vor ziemlich genau einem Jahr aufgestellt wurde. Für die nächsten Wochen lässt die starke Abnahme der Auslastung der US-Raffineriekapazitäten um 2,6 Prozentpunkte nichts Gutes erwarten. Die Raffinerien arbeiten nunmehr mit einer im historischen Vergleich sehr niedrigen Auslastung von 90,5 %. Hierdurch dürften weitere Engpässe bei der Verarbeitung von Rohöl zu Benzin auftreten. Der Höhepunkt der Benzinnachfrage der Driving Season dürfte jedoch bereits überschritten sein. Einen stetigen Lageraufbau sehen wir saisonbedingt lediglich bei Heizöl und Diesel. Dieser betrug in der vergangenen Woche 2,6 Mio. Barrels (Bloomberg-Median: 1,6 Mio. Barrels).

2. Am vergangenen Freitag, dem 7. Juli, erreichte der Ölpreis der Sorte WTI abermals ein neues Allzeithoch. Er notierte bei 75,78 US-Dollar. Dieses Rekordniveau folgte unmittelbar auf die Raketentests Nordkoreas, wobei dieses Land offensichtlich weder Ölproduzent noch bedeutender Ölkonsument ist. Auch führen keine wichtigen Seetransportwege an Nordkorea vorbei. Zwar erholte sich der Ölpreis in den drauffolgenden Tagen ein wenig, doch die Reaktion der Marktteilnehmer zeigt eindeutig, wie außerordentlich nervös der Ölmarkt zurzeit ist. Weiteren Treibstoff für die Nervosität liefern die bislang erfolglosen Gesprächsversuche mit dem Iran zur Lösung des Atomkonflikts. Die heute veröffentlichten Lagerbestandszahlen dürften auch nicht zur Entspannung beitragen. Es scheint sehr wahrscheinlich, dass in nächster Zeit weitere Allzeithochs beim Rohölpreis aufgestellt werden.

3. Angesichts steigender Ölnotierungen wurde die Netto-Long-Postitionierung an der New York Mercantile Exchange in der vergangenen Woche erwartungsgemäß weiter ausgebaut. Die Anzahl der auf steigende Ölpreise spekulierenden Kontrakte überwiegt weiterhin die Anzahl derjenigen Kontrakte, mit denen auf fallende Ölpreise gewettet wird. Vor dem Hintergrund der anhaltend hohen Nachfrage, der Unsicherheiten und der Nervosität im Markt gehen wir zunächst nicht von einem schnellen Abbau der Netto-Long- Positionierung aus.

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von mehr als 135 Mrd. Euro und über fünf Millionen betreuten Depots gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.