Das hatte gesessen: Wenn prominente Großkonzerne wie der Chiphersteller Intel (INTC) Umsatzprognosen nach unten revidieren, dann fährt den Börsianern schon mal der Schreck ganz gehörig in die Glieder. Am Kursverlauf von Intel selbst kann man das ganz gut erkennen. Nach einer dramatischen Ausverkaufswelle zu Handelsbeginn am Freitag in New York konnte sich der Aktienkurs am Spätnachmittag europäischer Zeit wieder deutlich erholen. Achten Sie auf den langen unteren Docht der Tageskerze in der folgenden Abbildung:

Die beiden Kurslücken könnten kurzfristig wieder geschlossen werden. Mittelfristig wären wir jedoch vorsichtig: Das übergeordnete Chartbild ist jetzt angeschlagen und auch die fundamentale Verfassung des Konzerns ist nicht unbedingt einladend: Die Papiere werden zum doppelten Buchwert gehandelt, das Kurs-Umsatz-Verhältnis notiert bei 2,5. Antizyklische Schnäppchen sehen anders aus.

Interessant ist auch, dass der Aktienkurs schon einige Tage vor der jüngsten Umsatzwarnung in den Bärenmodus umgeschaltet hatte: Bereits am Dienstag war es auf dem Point & Figure-Chart zu einem „Triple Bottom Breakdown“ gekommen, dem Bruch eines Dreifachbodens. Die folgende Abbildung zeigt das.

Am Freitag wurde dann die Katze aus dem Sack gelassen: In der Umsatzprognose für das dritte Quartal wurden statt der erwarteten 11,2 bis zwölf Milliarden US-Dollar nur noch rund elf Milliarden US-Dollar an Erlösen in Aussicht gestellt.

Doch Notenbankchef Ben Bernanke beeilte sich, mögliche Zweifel zur gerade anlaufenden Konjunkturerholung im Keim zu ersticken: Er erwarte, dass die Wirtschaft im zweiten Halbjahr weiter expandieren werde, wenn auch in moderatem Tempo. Im Bedarfsfall, so Bernanke sei die Fed bereit, weitere Schritte zur Ankurbelung der Wirtschaft zu unternehmen. Auch ein Ankauf weiterer Staatsanleihen sei denkbar.

Dies und die Daten zum US-Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal mit einem Plus von 1,6 Prozent könnten den S&P 500 auf Sicht der kommenden Tage wieder etwa anlupfen. Die folgende Abbildung zeigt das. Die jüngste Abwärtsbewegung scheint allmählich auszulaufen. Beginnt der gefürchtete September in der kommenden Woche also erst einmal mit einem Paukenschlag der Bullen? Im Moment sieht es ganz danach aus.

Und hören wir weiter hin: Die US-Notenbank will nach eigenem Bekunden erneut in die Märkte eingreifen und im Bedarfsfall Staatsanleihen aufkaufen. Kein Wunder, dass sich die Aktien einiger Gold- und Silber-Produzenten vor dem Hintergrund solcher Neuigkeiten in höhere Kursregionen aufschwingen. Die Äußerungen der Fed bedeuten langfristig nichts anderes als steigende Inflationsgefahren. Gute Zeiten für Edelmetall-Aktien. Nehmen wir etwa die Papiere von Silver Wheaton (SLW), die schon am Donnerstag über eine wichtige Hürde gesprungen waren. Achten Sie auf die rote Linie in der folgenden Abbildung:

Nicht nur aus diesem Grund sollte man den Edelmetall-Sektor jetzt sehr genau verfolgen. Hier liegt womöglich eine faustdicke Überraschung in der Luft.

Mehr hierzu in der kommenden Ausgabe des Antizyklischen Börsenbriefs, die in Kürze erscheint.

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Zum Autor:
Andreas Hoose ist Chefredakteur des Antizyklischen Börsenbriefs, einem Service der BörseGo AG, und Geschäftsführer des Antizyklischen Aktienclubs. Börsenbrief und Aktienclub, das komplette Servicepaket für die Freunde antizyklischer Anlagestrategien! Informationen finden Sie unter www.antizyklischer-boersenbrief.de und www.antizyklischer-aktienclub.de