Die Wirtschaft der Eurozone hat sich im Februar trotz des Europa-weiten Lockdowns erstaunlich gut geschlagen. Ausweislich der heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes hat sich im verarbeitenden Gewerbe die Stimmung sogar kräftig verbessert. Der entsprechende Index stieg von 54,8 Punkten um 2,9 auf 57,7 Punkte und liegt damit weiterhin deutlich im Expansionsbereich. Geschäftserwartungen, Auftragseingänge und insbesondere die Aufträge aus dem Ausland deuten weiterhin auf Expansion. Einziger Wermutstropfen sind die Lieferzeiten, die zeigen, dass die bisherige just-in-time-Produktion aufgrund von Grenzschließungen, Lieferengpässen in der Zulieferindustrie und Beschränkungen in den Herkunftsländern unter Druck gerät.

Im Dienstleistungsbereich hat sich die Stimmung weiter eingetrübt und liegt mit 44,7 Punkten deutlich unter der Expansionsschwelle. Die Erwartungen sind allerdings mit 65 Punkten noch zuversichtlicher als im Januar.

Der deutschen Industrie kann auch der fortgesetzte Lockdown offenbar wenig anhaben. Mit einem Anstieg von 3,5 Punkten auf 60,6 Punkte deutet der entsprechende Index auf eine wirklich gute Lage hin. Auch hier gilt, dass die Aussichten sehr positiv ausfallen. Insbesondere die Auftragseingänge aus dem Ausland stimmen zuversichtlich. Einmal mehr hilft die Exportorientierung der deutschen Industrie.

Der Dienstleistungsbereich leidet stärker unter der Krise. Hier ist der Index weiter gefallen und liegt jetzt mit 45,9 Punkten deutlich unter der Expansionsmarke. Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass die Einkaufsmanagerindizes das wahre Drama im Dienstleistungsbereich eher unterzeichnen. Schließlich hat der Index ein deutliches Übergewicht an größeren Firmen. Die Betroffenheit der von der Krise besonders gebeutelten kleinen und mittleren Unternehmen wird sich besser am Montag erscheinenden ifo Index ablesen lassen.