Die Wirtschaft der Eurozone scheint sich im ersten Monat des neuen Jahres trotz des Europa-weiten Lockdowns erstaunlich gut zu behaupten. Ausweislich der heute veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes hat sich im Verarbeitenden Gewerbe die Stimmung gehalten. Der entsprechende Index sank lediglich um 0,5 Punkte von 55,2 auf 54,7 und liegt damit immer noch deutlich im Expansionsbereich. Auch die Auftragskomponente allgemein und insbesondere die Auftragseingänge aus dem Ausland deuten weiterhin auf Expansion.

Im Dienstleistungsbereich hat sich naturgemäß die Stimmung eingetrübt und liegt mit 45 Punkten deutlich unter der Expansionsschwelle. Die Erwartungen sind allerdings mit 62,2 Punkten immer noch sehr zuversichtlich.

Deutschland kommt insgesamt offenbar deutlich besser durch die Pandemie. Mit 57 Punkten scheint das Verarbeitende Gewerbe der Krise gut zu trotzen, nicht zuletzt dank der gestiegenen Auftragseingänge aus dem Ausland. Zusammen mit einem stabilen Dienstleistungsbereich führt das dazu, dass der Gesamtindex im Expansionsbereich bleibt.

Auch die Werte für die französische Wirtschaft sind nicht so massiv eingeknickt, allerdings bewegen sie sich auf einem ohnehin niedrigeren Niveau.

Zwei Kernbotschaften kann man mitnehmen: Zum einen trifft der aktuelle Lockdown die Wirtschaft nicht so stark wie jener im Frühjahr des vergangenen Jahres; zum anderen nimmt der Abstand zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und dem Rest der Eurozone offenbar weiter zu. Einmal mehr hilft die Exportorientierung der deutschen Industrie.