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Berlin/ Moskau (Godmode-Trader.de) - Die deutsche und die russische Wirtschaft wollen eigene Wege gehen und sich den politisch verordneten Zwangsmaßnahmen gegen Moskau nicht mehr vollständig unterordnen. Volker Treier, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, sagte diese Woche in Berlin, deutsche Unternehmen seien bereit, auch unter einem Sanktionsregime an Partnerschaften zu arbeiten. Eckhard Cordes, Chef des Ost-Ausschusses der deutschen Wirtschaft forderte eine Diskussion über einen „Einstieg in den Ausstieg“ der Zwangsmaßnahmen gegen Russland.

Die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland betreffen vor allem gegen den Im- und Export von Rüstungsgütern, die russische Öl- und Gasindustrie sowie die Staatsbanken des Landes. Die Maßnahmen waren im Juni bis Ende Januar verlängert worden. Grund ist die Besetzung der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland. Eine Verlängerung der Sanktionen wird beim Gipfel der EU-Staats- und -Regierungschefs im Dezember erwartet. „Wir alle brauchen diesen Frieden. Business braucht Frieden", Cordes lobte auf dem Deutsch-Russischen Wirtschaftsdialog Russland. Moskau befinde sich auf einem Weg der Deeskalierung, sagte er.

Cordes betonte, die deutsche Wirtschaft verzeichne hohe Verluste aufgrund der Sanktionen, auf die Moskau seinerseits ebenfalls mit Zwangsmaßnahmen reagiert hatte. Das bilaterale Handelsvolumen werde sich 2015 aller Voraussicht nach im Vergleich zu 2012 um 17 Milliarden Euro halbiert haben, sagte er.

Russland steckt seit langem in einer Rezession. Für die wirtschaftlichen Probleme des Landes ist vor allem die Abhängigkeit von den Rohstoffexporten verantwortlich, aber auch die Sanktionen des Westens tragen ihren Teil dazu bei. Der russische Rubel hat an Wert verloren, diese Abwertung wieder hat die Inflation angeheizt.