Frankfurt (Godmode-Trader.de) - In der Goldproduzentenbranche geht es Schlag auf Schlag. Anfang Januar schloss Barrick Gold die Übernahme von Randgold Resources ab. Newmont Mining, bis zu diesem Zeitpunkt Nummer zwei in der Branche, will sich mit dem der Übernahme des Wettbewerbers Goldcorp zum Weltmarktführer aufschwingen. Voraussichtlich am 4. April sollen die Aktionäre beider Unternehmen darüber abstimmen.

    Doch dass dieser Deal in trockene Tücher kommt, wird inzwischen immer unwahrscheinlicher. Denn Barrick Gold aus Kanada holt nun zum großen Rundumschlag aus und erwägt das Angebot für eine feindliche Übernahme an die Newmont Mining aus Denver, Colorado. Den Kaufpreis will Barrick in eigenen Aktien zahlen, eine Prämie ist zunächst nicht vorgesehen. Solch ein Deal war bereits vor fünf Jahren gescheitert, was an der Uneinigkeit über den Sitz des Hauptquartiers und der Postenverteilung im Vorstand gelegen haben soll. Doch nun scheint Barrick genug Aktionäre des US-Wettbewerbes aus Denver um sich geschart zu haben.

    Dreh- und Angelpunkt ist dabei wiederum der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock. Der größte Asset Manager der Welt hält 14,9 Prozent der Newmont-Aktien. Ohne den Rückhalt des New Yorker Asset Managers dürfte Barrick den Schritt kaum schaffen. Eine Fusion von Barrick und Newmont aber würde den größten Goldförderer der Welt mit einer jährlichen Produktionsmenge von mehr als 10 Mio. Unzen Gold hervorbringen.

    Anleger dürften sich in diesen heißen Zeiten der Übernahmeschlachten fragen, ob sie in Aktien der Goldförderer investieren sollten. Dabei gilt: die Korrelation des Goldpreises und der Branchenaktien ist recht hoch. Der Goldpreis ist in diesem Jahr schon spürbar um knapp fünf Prozent auf rund 1.320 US-Dollar gestiegen, viele Analysten erwarten weiter deutlich steigende Preise. Martin Hüfner, Chefvolkswirt von Assenagon, etwa erwartet perspektivisch unter bestimmten Umständen einen Goldpreis von bis zu 2.000 Dollar/Unze. Auch der Branchenindex Arca Gold Bugs zog zuletzt merklich an. Die Einzelaktien konnten die Übernahmefantasien bisher nicht in ihren Kursen einpreisen. Barrick stieg seit vergangenen Herbst mehr oder weniger analog zum Goldpreis.

    Vor allem dann, wenn ein Unternehmen gerade erst in die Gewinnzone kommt, bietet ein Investment in die Aktie des Produzenten eine Art Hebel auf den Goldpreis. Doch es lauern auch viele Risiken. Viele Unwägbarkeiten und hohe Kursschwankungen neben den zum Teil sehr zweifelhaften Arbeitsbedingungen in manchen Minen liefern Argumente gegen eine Geldanlage in Minenaktien. Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden, ist der Ansicht, risikobereite Anleger sollten ein Engagement in die Minenbranche dennoch in Erwägung ziehen. „Die verstärkte Fusionstätigkeit im Goldminensektor führt zu divergierenden Entwicklungen von Einzelaktien“, zitiert die Frankfurter Allgemeine Zeitung Stephan. Daraus lasse sich schließen, dass die Bewertung der Goldbestände und Schürfrechte der Übernahmeziele interessant sei. Für Anleger bieten sich gleichwohl Fonds an, die mehrere Produzenten bündeln und damit das Risiko im Vergleich zur einzelnen Aktie reduzieren.