• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Kursstand: 13.687,00 Pkt (L&S) - Aktueller Kursstand
  • ISM: US-Industrie arbeitet unter Volldampf
  • Staat kann bei TUI einsteigen
  • Lockdown wird bis Ende Januar verlängert
  • Kanzleramt will Aktionsradius der Bürger einschränken
  • Wirtschaftsweise: Starker Aufschwung im Frühjahr möglich
  • BA: Zahl der Arbeitslosen steigt leicht im Dezember
  • Berlin: Regierungsstreit über Impfstoffbeschaffung
  • England zurück im Lockdown
  • Frühere Pentagon-Chefs: US-Militär soll neutral bleiben
  • EMA vertagt Entscheidung zu Moderna-Impfstoff

DAX

  • Die Anleger am deutschen Aktienmarkt sind am Dienstag zurückhaltend geblieben. Der DAX sank um 0,55 Prozent auf 13.651,22 Punkte. Gestern noch hatte sich am Markt kaum jemand wegen möglicher neuer Corona-Restriktionen Gedanken gemacht. Am deutschen Markt herrschte bis fast zum Schluss Optimismus. Heute scheinen die Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar und Verschärfungen die Stimmung zu verhageln. In Corona-Hotspot-Regionen sollen Bürger sich nicht mehr weiter als 15 Kilometer von ihrer Wohnung entfernen dürfen, wobei das nicht für den Weg zur Arbeit gelten soll. Marktbeobachter Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets sieht den DAX nun am Scheideweg: entweder mit einer größeren Korrektur oder nach dem Muster der vergangenen Monate, wonach kurze Schwächen nur eine Bereinigung im intakten Aufwärtstrend darstellen. Auch an der Wall Street zeigen sich die Anleger angesichts der Unsicherheiten um die anstehenden, wichtigen Senatswahlen im US-Bundesstaat Georgia an diesem Dienstag und der Sorge über weiter hohe Corona-Ansteckungszahlen zugeknöpft.

Chartanalysen und Artikel des Tages

Unternehmen & Branchen

  • Amazon hat elf Maschinen des Typs Boeing 767-300 gekauft, um seine Frachtflotte auszuweiten. Die Kunden seien derzeit mehr denn je auf rasche Zustellungen angewiesen, erklärte das Unternehmen in einer Mitteilung. Der Online-Händler hatte seine Flotte zuletzt im Sommer auf 80 Flieger vergrößert. Im November nahm Amazon am Flughafen Leipzig-Halle sein erstes regionales Luftfrachtzentrum in Europa in Betrieb.
  • Mehr als 170 Top-Manager von US-Konzernen (u. a. Goldman Sachs, Pfizer) haben die Kongressabgeordneten in einem offenen Brief aufgefordert, das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen zu bestätigen. Versuche, diesen Prozess zu behindern oder zu verzögern, stünden im Widerspruch zu den „wesentlichen Grundwerten unserer Demokratie", hieß es in dem Schreiben.
  • Der US-Börsenbetreiber New York Stock Exchange (NYSE) hat ihre Pläne zum Ausschluss dreier staatlicher chinesischer Telefonunternehmen vom Aktienhandel zurückgezogen. Die NYSE hatte noch in der vergangenen Woche angekündigt, die Börsennotierung von China Telecom, China Mobile und China Unicom Hong Kong aufzuheben. Der Schritt folgte auf einen Erlass von US-Präsident Trump vom November, der es US-Bürgern verbietet, Wertpapiere von Unternehmen zu kaufen, die im Verdacht stehen, Verbindungen zum chinesischen Militär zu haben. Nach weiteren Beratungen mit den zuständigen Aufsichtsbehörden sehe man von dem Vorhaben ab, hieß es nun.
  • Amazon und JPMorgan sowie die Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway beenden ihr gemeinsames Gesundheitsvorsorgeprojekt Haven Healthcare nach nur rund drei Jahren. Das Geschäft wird Ende Februar eingestellt, wie Haven nach entsprechenden US-Medienberichten bestätigte. Hoffnungen in das Projekt der finanzstarken Konzerne erfüllten sich offenbar nicht, bereits im Mai hatte CEO Atul Gawande seinen Rücktritt eingereicht. Woran das Projekt letztlich scheiterte, dazu machten die Unternehmen zunächst keine Angaben.
  • Die US-Tochter der Deutsche Telekom, T-Mobile US, kauft einer Lokalbehörde im US-Bundesstaat South Dakota Mobilfunk-Infrastruktur ab. Wie die T-Mobile mitteilte, gehören dazu Funkzellenstandorte sowie unter der Marke Sprint betriebene Mobilfunk- und Datendienste. Bislang hatte Brookings Municipal Utilities rund 14.000 Kunden in Sioux Falls, Watertown, Brookings sowie Sioux City, Iowa, damit versorgt. Der Deal soll noch in diesem Quartal über die Bühne gehen.
  • Mitarbeiter von Google und dessen Mutterkonzerns Alphabet haben sich erstmals in einer Gewerkschaft zusammengeschlossen. Die Alphabet Workers Union vertrete über 200 Beschäftigte in den USA, teilte die Organisation mit. Das Bündnis will sich für faire Bezahlung und Arbeitsbedingungen einsetzen.
  • Der asiatische Uber-Konkurrent Didi mit über 550 Mio. Nutzern ist neuer Partner des Elektroautoherstellers und Warren Buffett-Investments BYD. In Kooperation haben das Startup und BYD ein auf Carsharing-ausgelegtes Fahrzeug entwickelt, welches in den kommenden Monaten an die Fahrer von Didi ausgeliefert wird.
  • Der Bund kann sich in größerem Umfang bei dem angeschlagenen Reisekonzern TUI beteiligen. Dessen Aktionäre haben mit großer Mehrheit den entsprechenden Plänen zugestimmt. Damit ist der Weg für den Bund frei, mit insgesamt bis zu 25 Prozent plus einer Aktie einzusteigen – und damit hätte der Bund eine Sperrminorität und somit Mitspracherecht bei zentralen Entscheidungen.
  • Der Bürokommunikationsdienst Slack ist am ersten Arbeitstag des neuen Jahres durch eine Störung stundenlang lahmgelegt worden. Der Ausfall betraf Slack-Anwender in den USA, in Europa, Japan, Brasilien und anderen Ländern. Am Dienstag lief der Dienst wieder weitgehend störungsfrei.
  • Im vergangenen Dezember begrüßte der Billigflieger Ryanair rund 1,9 Mio. Fluggäste an Bord und damit 83 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Damit fiel der Einbruch so stark aus wie seit dem faktischen Reisestopp im April, Mai und Juni nicht mehr.
  • Der Präsident des ifo Instituts, Clemens Fuest, zeigt sich vor der zu erwartenden Verlängerung des Lockdown entspannt. „Ein wirtschaftlicher Absturz droht meines Erachtens nicht, solange die Unternehmen mit hoher Wertschöpfung, vor allem die Industrie, weiter produzieren können", sagte Fuest der Rhein-Neckar-Zeitung. Allerdings werde auch die Nachfrage nach Industriegütern abnehmen, wenn große Teile des Einzelhandels für längere Zeit geschlossen blieben. „Der Online-Handel allein kann das nicht kompensieren. Die Verlängerung des Lockdowns würde die wirtschaftliche Erholung weiter verzögern", so Fuest.
  • Der neue Commerzbank-Chef Manfred Knof hat die Mitarbeiter auf einen starken Konzernumbau eingestimmt. „Das wird kein bequemer Weg sein, und ohne Zweifel wird die Transformation, die wir brauchen, auch mit noch mehr harten Entscheidungen und weiteren Restrukturierungsmaßnahmen verbunden sein", schrieb Knof in einem Brief an die Mitarbeiter, aus dem das Handelsblatt zitierte. „Aber sie sind nötig, und je schneller wir damit beginnen, desto besser.“ Knof hat zum 1. Januar die Nachfolge von Martin Zielke angetreten.
  • Der Baukonzern Hochtief hat den Zuschlag für den Bau des geplanten 2,2 Kilometer langen Lärmschutztunnels Altona auf der Autobahn A7 in Hamburg von der Projektgesellschaft Deges erhalten, wie er in Essen mitteilte. Auf Hochtief entfallen 65 Prozent des gesamten Auftragsvolumens von rund 580 Mio. Euro.
  • Der Chipentwickler Dialog Semiconductor wird dank einer starken Nachfrage optimistischer für die Geschäftsentwicklung. Der Umsatz dürfte im vierten Quartal 2020 bei 436 bis 441 Mio. Dollar gelegen haben, teilte das Unternehmen mit. Bisher war Dialog von 380 bis 430 Mio. Dollar ausgegangen.
  • Der Wirkstoffforscher Evotec zieht aus der Kooperation mit dem US-Pharmakonzern Bristol Myers Squibb weitere Früchte. Da Bristol Myers Squibb entschieden habe, das gemeinsame Portfolio um ein Projekt zu erweitern, erhalte Evotec im Rahmen der iPSC-basierten Neurologie-Allianz eine Zahlung von sechs Mio. Dollar, teilten die Hamburger am Dienstag mit.
  • Der angeschlagene Leasingspezialist Grenke hat seine Ziele im Leasing-Neugeschäft im Schlussjahesviertel 2020 nicht erreicht. Im vierten Quartal lag das Volumen mit 426,7 Mio. Euro bei gut 56 Prozent des Vorjahreswerts, wie das Unternehmen mitteilte. Im Oktober hatte der Vorstand rund 60 Prozent in Aussicht gestellt. In 2020 erzielte Grenke ein Neugeschäft von 2,03 Mrd. Euro, rund 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
  • Die europäische Arzneimittel-Agentur EMA wird erst am Mittwoch über eine Zulassung des Impfstoffs des US-Pharmakonzerns Moderna entscheiden. Die Beratungen seien noch nicht abgeschlossen und würden am Mittwoch fortgesetzt, teilte die Behörde am Montagabend mit. Zuvor hatte es noch geheißen, die Entscheidung könnte noch zu Wochenbeginn fallen. Israel ließ den Impfstoff des US-Herstellers hingegen zu. Die Anzahl der Neuinfektionen in dem Land ist erstmals seit Ende September auf mehr als 8.000 gestiegen.
  • Die TUI-Aktionäre sollen am Dienstag bei einer außerordentlichen Hauptversammlung eine Kapitalerhöhung und finanzielle Hilfen für den angeschlagenen Reisekonzern genehmigen. Der TUI wurden einschließlich privater Mittel mittlerweile rund 4,8 Mrd. Euro an Unterstützung zugesprochen. „Das Finanzpaket enthält Komponenten, die von der Hauptversammlung genehmigt werden müssen", erklärte Vorstandschef Fritz Joussen. „Dazu gehört unter anderem die Kapitalerhöhung über rund 500 Millionen Euro." Mit der Ausgabe weiterer Aktien will TUI so zusätzliches Geld einsammeln. Nach den neuerlichen Staatshilfen hat der Wirtschaftsrat der CDU vor einer direkten Beteiligung des Staates an dem Reiseanbieter gewarnt. Es müsse klar sein, dass zusätzlich zu den bereitgestellten Liquiditätshilfen direkte Staatsbeteiligungen nur als absolute Ausnahme infrage kämen, sagte Generalsekretär Wolfgang Steiger. Die EU-Kommission hatte am Montag die deutschen Staatshilfen von bis zu 1,25 Mrd. Euro genehmigt. TUI sei wie viele andere Tourismusunternehmen von der Coronakrise schwer getroffen worden, sagte die zuständige EU-Kommissionsvizepräsidentin Vestager in Brüssel.
  • Microsoft vermutet einen gut organisierten Angriff von Computer-Hackern hinter einer der bislang schwersten Attacken auf seine technischen Systeme. Wie der Software-Anbieter zum Jahreswechsel mitteilte, sollen bei den Angriffen auch gut geschützte sog. Quellcodes im Visier gewesen sein. Die Angriffe fanden bereits vor Weihnachten statt, konnten nun aber erst in Details analysiert werden. Microsoft teilte nicht mit, welche seiner Geheim-Codes die Hacker angegriffen haben.

Politik & Konjunktur

  • Anders als zunächst gemeldet wollen die Ölförderländer der OPEC+ ihre Ölförderung im Februar und März deutlich reduzieren. So soll die Fördermenge insgesamt um mindestens 1,425 Millionen Barrel (je 159 Liter) am Tag sinken, sagte der saudische Energieminister Abdulasis bin Salman nach einem Online-Ministertreffen der Öl-Allianz. Davon soll eine Reduktion um eine Million Barrel pro Tag von Saudi-Arabien kommen, während andere Länder 0,425 Millionen Barrel pro Tag an Reduktionen beisteuern wollen. Saudi-Arabien sprach seinerseits von einer freiwilligen Fördersenkung, die ohne Rücksprache mit anderen Ländern beschlossen worden sei. Russland und Kasachstan wollen ihre Öl-Förderung hingegen leicht ausweiten, heißt es. Mit den Förderkürzungen wollen Staaten der OPEC+ auf den wirtschaftlichen Einbruch im Zuge der neuen Corona-Welle reagieren und den Ölpreis stützen.
  • Die US-Industrie arbeitete auch im Dezember weiter unter Volldampf. Dies signalisiert der Einkaufsmanagerindex ISM, der von 57,5 Punkten im Vormonat im Dezember auf 60,7 Zähler nach oben sprang, wie das Institute for Supply Management am Dienstag mitteilte. Es ist der höchste Stand seit August 2018. Volkswirte hatten hingegen mit einem leichten Rückgang gerechnet. Werte von über 50 Punkten deuten auf eine wirtschaftliche Expansion hin. Die Industrie leidet deutlich weniger unter Beschränkungen des öffentlichen Lebens als der Dienstleistungssektor. Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA
  • Nach Informationen der dpa haben sich Bund und Länder angesichts der weiter hohen Neuinfektionszahlen mit dem Coronavirus auf eine Verlängerung des Lockdowns bis Ende Januar verständigt. Private Zusammenkünfte sollen lediglich auf einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person reduziert werden. Diese Regelung soll nicht an eine bestimmte Inzidenzzahl geknüpft werden. Zusätzlich droht in Regionen mit einem Inzidenzwert von 2oo plus eine Reduzierung des erlaubten Bewegungsradius. Eine Einigung auf ein Beschlusspapier gebe es aber noch nicht, hieß es demnach aus Teilnehmerkreisen. Die Restriktionen, die seit dem 16. Dezember 2020 gelten, waren bisher bis zum 10. Januar befristet.
  • Im US-Bundesstaat Georgia haben am Dienstag Stichwahlen um zwei Sitze für den US-Senat begonnen. Das Ergebnis der Abstimmungen wird darüber entscheiden, ob die Republikaner ihre Mehrheit verteidigen können oder ob die Demokraten neben dem Repräsentantenhaus künftig auch die andere Kongresskammer dominieren werden. Mit der Kontrolle über den Senat könnte der künftige Präsident Joe Biden durchregieren. Bei der ersten Abstimmung am 3. November hatte keiner der Kandidaten die nötige absolute Mehrheit erreicht.
  • Trotz der bevorstehenden Vereidigung seines Nachfolgers Joe Biden will der abgewählte US-Präsident Trump weiterhin an seinem Amt festhalten. „Sie werden das Weiße Haus nicht erobern, wir werden wie der Teufel kämpfen", sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung in Dalton in Georgia. Er wiederholte in seiner Ansprache seine bekannten und unbelegten Wahlbetrugsvorwürfe.
  • Die US-Arzneimittelbehörde FDA hält Überlegungen zur Änderung der Impf-Dosierung oder -zeiträume für verfrüht. Man verfolge die Diskussionen über eine Halbierung der Dosis und einen längeren Zeitraum zwischen erster und zweiter Impfung, teilte die Behörde mit. Die verfügbaren Daten wiesen jedoch keine belastbare Grundlage für solche Schritte auf. Daher würden diese ein signifikantes Risiko einer Gefährdung der öffentlichen Gesundheit mit sich bringen.
  • Wie aus der monatlichen Konjunkturumfrage des ifo Instituts hervorgeht hat sich die Situation der deutschen Autohersteller rapide verschlechtert. Im Dezember sank der Lage-Indikator von +5,0 im Vormonat auf -5,4 Punkte, die Produktionserwartungen implodierten förmlich von -0,7 auf -20,6 Zähler. Für die Arbeitnehmer sind die Aussichten weiter düster: Der Job-Indikator sank leicht auf 35,2 Punkte.
  • Vor den Beratungen der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über einen verlängerten Lockdown in der Corona-Krise kommen Forderungen nach weiteren Verschärfungen auf. Nach Informationen der „Welt“ beraten die Regierungschefs auch über eine Einschränkung des Aktionsradius der Bürger. Demnach könnte in besonders von der Pandemie betroffenen Regionen verfügt werden, dass sich die Menschen nur noch in einem bestimmten Radius von der eigenen Wohnung entfernen dürfen. Ein solcher Vorschlag kam laut „Business Insider“ aus dem Kanzleramt. Es sei aber noch offen, ob der Punkt wirklich in das Beschlusspapier aufgenommen wird. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (64, Linke) machte sich am Dienstagmorgen zum Wortführer jener, die noch drastischere Corona-Beschränkungen wollen: „Ich werde heute in der Ministerpräsidentenkonferenz auf der Seite derjenigen argumentieren, die sagen: Wir werden es noch viel schärfer und viel härter angehen müssen“, sagte er im Deutschlandfunk. „Ich habe lange gedacht, dass wir besser durch die Krise kommen." Aber da habe man sich getäuscht, sagte Ramelow.
  • Lars Feld, Chef der Wirtschaftsweisen, erwartet eine starke konjunkturelle Belebung im Frühling. Vorerst rechnet er aber nicht mit einem Ende des Lockdowns. Für eine umfassende Lockerung der Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie seien die Infektionszahlen noch zu hoch, sagte Feld in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ „.Wenn wir im Februar oder März wieder zu leichten Lockerungen kommen können, dann ist im zweiten Quartal durchaus ein so starker Aufschwung möglich wie im Sommer 2020", sagte Feld. Im dritten Quartal 2020 war die deutsche Wirtschaftsleistung um 8,5 Prozent gewachsen. Seinen eher optimistischen Blick begründet Feld damit, dass viele Menschen ihren Konsum nur aufgeschoben hätten und die Industrie von der Erholung in China und den USA profitiere. „Auch die Rettungshilfen sollte man nicht unterschätzen“, betonte er. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) prognostiziert für 2021 ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von „spürbar über 4 Prozent“. „Diese Größenordnung ist nach Analyse des IMK auch zu halten, wenn der Lockdown bis Ende Januar verlängert würde", erklärten die Forscher. Damit wäre der tiefe Einbruch aus 2020 mit minus 5,0 Prozent aber noch nicht wieder ausgeglichen, betonten sie.
  • Die Zahl der registrierten Arbeitslosen in Deutschland ist im Dezember leicht gestiegen. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) bezifferte sie auf 2,707 Mio. Im Vergleich zum Vormonat ist das ein Plus von 8.000. Im Vergleich zum Dezember 2019 stieg die Zahl um 480.000. Die Arbeitslosenquote liegt weiter bei 5,9 Prozent. Begründet wurde die Entwicklung vor allem mit saisonalen Effekten. Angesichts der Corona-Pandemie bleibt die Zahl der Kurzarbeiter auf hohem Niveau. Im Dezember erreichten die Bundesagentur Anzeigen zur Kurzarbeit für 666.000 Personen.
  • Das Wachstum der Kreditvergabe an Unternehmen im Euroraum (ex Finanz) hat sich im November nach Angaben der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer Jahresrate von 6,9 Prozent leicht verstärkt. Im Oktober lag die Rate bei 6,8 Prozent. Das Volumen der an private Haushalte ausgeteilten Kredite wuchs mit einer Jahresrate von 3,1 Prozent nach 3,2 Prozent im Vormonat. Die Geldmenge M3 erhöhte sich im November mit einer Jahresrate von 11,0 (10,5) Prozent.
  • Der deutsche Einzelhandel hat im November unerwartet gute Geschäfte gemacht - dem Teil-Lockdown zum Trotz. Im Berichtsmonat waren die durchschnittlichen Umsätze in Deutschland nach vorläufigen Ergebnissen kalender- und saisonbereinigt real 1,9 Prozent und nominal 1,7 Prozent höher als im Vormonat Oktober, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wuchs der durchschnittliche Umsatz bereinigt um Preiseffekte um 5,6 Prozent. Im Jahr 2020 hat der Einzelhandel in Deutschland nach Schätzungen des Statistischen Bundesamtes real (preisbereinigt) zwischen 3,9 Prozent und 4,3 Prozent mehr umgesetzt als im Jahr 2019. Diese Schätzungen berücksichtigen den Lockdown in der zweiten Dezemberhälfte und die Einzelhandelsumsätze für die Monate Januar bis November 2020.
  • Vom Koalitionspartner SPD kommt Kritik am Impfstoff-Beschaffungsmanagement von Gesundheitsminister Jens Spahn. Der „Bild“-Zeitung zufolge überreichte Vizekanzler und SPD-Spitzenkandidat Olaf Scholz seinem Kabinettskollegen Spahn einen vier Seiten langen Fragen-Katalog: Unter anderem wolle er wissen, warum die EU so wenig Impfdosen bestellt habe und warum sie höhere Lieferangebote von BioNTech und Moderna ausgeschlagen habe. Spahn wehrte sich gegen die Kritik. Es sei richtig gewesen, den gemeinsamen europäischen Weg zu gehen, so Spahn am Montagabend im ZDF. Er antwortete damit auf Vorhaltungen unter anderem des SPD-Generalsekretärs Lars Klingbeil, der in der ARD von „chaotischen Verhältnissen" gesprochen hatte.
  • Die britische Regierung hat die Corona-Restriktionen wieder stark verschärft. „Wir müssen in England einen Lockdown verhängen, um die neue Corona-Variante in den Griff zu bekommen", sagte Premier Johnson. „Das bedeutet, dass Sie zu Hause bleiben müssen." Das Haus dürfe nur noch für notwendige Aktivitäten verlassen werden. Schulen müssen schliessen. Johnson sagte, die Maßnahmen würden vermutlich bis Mitte Februar in Kraft bleiben.
  • Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) per Dienstagmorgen 11.897 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden für diesen Zeitraum 944 weitere Todesfälle verzeichnet. Der Lockdown in Deutschland ist bisher bis zum kommenden Sonntag befristet. Dass er verlängert wird, steht angesichts der hohen Zahlen von Neuinfektionen außer Frage.
  • Zehn ehemalige US-Verteidigungsminister haben das Militär ermahnt, sich nicht an dem Versuch von Präsident Trump zur Blockade der Machtübergabe an Joe Biden zu beteiligen. Die Wahlen seien vorbei, die Neuauszählungen und Überprüfungen abgeschlossen und die Wahlleute hätten abgestimmt, hiess es in einem gemeinsamen Kommentar in der "Washington Post“. Die Zeit sei gekommen, Trumps Niederlage zu akzeptieren und Bidens Sieg anzuerkennen. Zu den Unterzeichnern gehört auch Mark Esper.
  • Nach Argentinien und El Salvador hat nun auch Mexiko den Coronavirus-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca und der Universität Oxford zugelassen. Die staatliche Kommission zum Schutz vor Gesundheitsrisiken (Cofepris) erteilte am Montag eine Notfallzulassung des Vakzins.

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