Peking/ Washington (Godmode-Trader.de) - Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat zuletzt an Schärfe gewonnen: die Nachricht von vergangenen Mittwoch, dass die kanadische Polizei die Finanzchefin des Telekommunikationskonzerns Huawei im Auftrag der US-Behörden festgenommen hat, sorgte für eine neue Eskalationsstufe des Konflikts. Meng Wanzhou ist die Tochter von Unternehmensgründer Ren Zhengfei, einem Mann mit besten Verbindungen in die chinesische Politik. Ihr droht nun eine jahrelange Haftstrafe. Und US-Unternehmen fürchteten nun die Rache Pekings.

Huawei wurde von Washington vorgeworfen, gegen die Iran-Sanktionen der USA verstoßen zu haben. Der Protest der Chinesen fiel heftig aus. Dementsprechend groß war danach auch die Verunsicherung der Anleger. Die Angst, dass der Handelskonflikt zusätzlich Nahrung erhalten könnte, dass spätestens in 90 Tagen nun doch weitere Zollerhöhungen folgen könnten, macht die Wirtschaft rund um den Globus nervös.

Nun aber scheint sich der Konflikt wieder zu entspannen. US-Präsident Donald Trump twitterte am Dienstag, es seien „sehr produktive Gespräche mit China erfolgt und stellte „wichtige Ankündigungen" in Aussicht. Die Nachrichtenagentur Bloomberg meldete am Dienstag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen, China habe sich in Richtung einer Senkung von Zöllen von importierten Autos aus den USA bewegt. Demnach prüfe das chinesische Kabinett einen entsprechenden Vorschlag. Im Sommer hatte Peking im Handelskonflikt einen Strafzoll von rund 40 Prozent eingeführt. Das hatte den Streit mit Washington seinerzeit erheblich verschärft. Viele Autokonzerne erlitten deshalb Umsatzrückgänge.

Wie es weiter hieß, hätten Vertreter beider Länder am Dienstag ein Telefongespräch geführt. Dabei sei deutlich geworden, dass der Dialog trotz einer diplomatischen Krise im Zuge der Verhaftung einer chinesischen Topmanagerin in Kanada fortgesetzt werden solle.