Istanbul (Godmode-Trader.de) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan ist wieder im Wahlkampfmodus. Eine Woche vor den wichtigen Kommunalwahlen am 31. März in der Türkei schaltete er auf Angriff. Sein Angriffsziel sind - wieder einmal - die ominösen Währungsspekulanten.

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    Die türkische Lira stürzte am Freitag um mehr als vier Prozent gegenüber dem US-Dollar ab. Das war der stärkste Intraday-Rückgang seit Beginn der Währungskrise im August 2018 nach dem Zerwürfnis mit den USA.

    Laut Zentralbankdaten von vergangenen Donnerstag erreichten Deviseneinlagen und Fonds (einschließlich Edelmetalle), die von türkischen Bürgern gehalten wurden, in der Woche bis zum 15. März ein Rekordhoch. Dies wurde von Ökonomen als Zeichen für zurückgewonnenes Vertrauen in die Lira gewertet.

    Erdogan erregte sich auf einer lokalen Wahlkundgebung in Istanbul, über „einige Leute“, die begonnen hätten, die Türkei zu provozieren, und dass sie mit ihren Gefolgsleuten in der Türkei versuchten, die Lira gegenüber Fremdwährungen zum Absturz zu bringen. „Ich wende mich an diejenigen, die am Vorabend der Wahl solchen Aktionen beitreten, wir kennen Eure Identität, wir wissen, was Ihr alle gemacht habt", sagte Erdogan demnach. Die Bankenaufsichtsbehörde BDDK habe bereits Schritte unternommen. In einem Interview mit dem Sender TGRT fügte Erdogan später am Sonntag hinzu, dass die Türkei den internationalen manipulativ Handelnden am Devisenmarkt, eine schwere Zeit bereiten würde.

    In einer JPMorgan-Analyse zur türkischen Lira wird ein möglicher Kursverfall nach den Kommunalwahlen prognostiziert. Dieser Bericht könnte die Spekulationen an der Istanbuler Börse angeheizt haben. Den Kunden wurde demnach empfohlen, "long" auf den US-Dollar zu gehen. Eine solche Empfehlung ist typisch für Kundennotizen von Banken weltweit.