Ankara (Godmode-Trader.de) - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan scheint ein kurzes Gedächtnis zu haben. Die jüngsten Spannungen mit den USA im letzten Sommer haben zu einem beispiellosen Absturz der Landeswährung Lira geführt und eine Wirtschaftskrise sondergleichen ausgelöst. Nur droht sich das Schicksal zu wiederholen. Denn trotz eines Ultimatums des Nato-Partners USA will Erdogan unbedingt das russische Raketenabwehrsystems S-400 erwerben. Der Deal sei „beschlossene Sache“, die erste Lieferung wird im Juli erwartet. Bis zum 31. Juli haben die USA der Türkei eine Frist gesetzt, sich zu entscheiden.

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In der türkischen Wirtschaft rumort es und die Besorgnis wächst. „Wir schließen nicht aus, dass es zu amerikanischen Sanktionen kommt, das wäre katastrophal“, zitierte die Frankfurter Allgemeine Zeitung den Präsidenten des türkischen Automobilzuliefer-Verbands Taysad, Alper Kanca. Die Fahrzeugindustrie ist der führende Wirtschaftszweig und der wichtigste Exporteur des Landes.

Wenn die Türkei den 2,5 Milliarden Dollar schweren Deal wirklich mit den Russen abwickelt, will die USA neue Sanktionen gegen das Land verhängen. Es droht damit eine Wiederholung der letztjährigen Kaskade aus Lira-Absturz und konjunktureller Krise. Schon ohne US-Strafmaßnahmen steckt das Land in einer Rezession. Washington verlangt, dass Ankara die Boden-Luft-Raketen bei den Amerikanern einkauft.