ANZEIGE

Energie: Die Ölpreise starten mit Minuszeichen in die neue Handelswoche. Brent fällt unter 61 USD je Barrel, WTI unter 53 USD. Für Gegenwind sorgt der am Freitagabend vom Öldienstleister Baker Hughes veröffentlichte Anstieg der Bohraktivität in den USA. Demnach wurden in der letzten Woche zehn neue Ölbohrungen aufgemacht. Dies war der erste Anstieg nach drei Rückgängen in Folge. In der Vorwoche war die Zahl der Ölbohrungen noch um 21 gefallen, so dass es sich um eine Gegenbewegung handeln dürfte. Bei diesen Schwankungen könnte auch das Wetter eine Rolle gespielt haben. Am negativen Trend ändert die letzte Woche allerdings wenig. Seit Jahresbeginn ist die Zahl der Ölbohrungen um 23 gefallen. Das wäre der größte Rückgang in einem Monat seit April 2016. Die im vierten Quartal deutlich gesunkenen Preise sorgen ganz offensichtlich für Zurückhaltung bei den Schieferölproduzenten. Da die Preise seit Jahresbeginn deutlich gestiegen sind und es einen hohen Bestand an nicht fertiggestellten Bohrungen gibt, dürfte sich die Bohraktivität zeitnah erholen. Dies spricht gegen einen weiteren Anstieg der Ölpreise. Deutlich fallen dürften die Preise allerdings auch nicht. Denn in Venezuela zeichnet sich keine schnelle Lösung des Machtkampfes ab. Staatspräsident Maduro hat Forderungen der EU nach raschen Neuwahlen zurückgewiesen. Die USA drohen weiter mit Sanktionen gegen den venezolanischen Ölsektor, sollte es seitens des Maduro-Regimes zu Gewalt gegen Oppositionelle und Übergangspräsident Guaidò kommen. In der Folge notieren schwere Ölsorten in den USA teilweise mit einem Preisaufschlag gegenüber leichten Ölsorten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold ist am Freitag im Zuge eines schwachen US-Dollar über die psychologisch wichtige Marke von 1.300 USD je Feinunze gesprungen. Damit handelt Gold erstmals seit Juni letzten Jahres wieder über dieser Marke. Gold in Euro gerechnet ist sogar auf rund 1.145 EUR je Feinunze gestiegen, der höchste Stand seit Mitte 2017. Gold hat zudem die anderen Edelmetalle mit nach oben gezogen, wobei Silber und Palladium starker als Gold gestiegen sind. Am Wochenende haben sich die Politiker in Washington auf ein vorläufiges Ende des sog. government shutdown geeinigt. Bis zum 15. Februar muss nun über eine dauerhafte Lösung verhandelt werden. Die Marktteilnehmer trauen dem Burgfrieden aber offenbar nicht. Und obwohl die Haushaltsperre zunächst aufgehoben ist, wird es noch eine Weile dauern, bis Daten wie zum Beispiel zur Positionierung der spekulativen Marktteilnehmer vorliegen. Diese Woche könnte für den Goldpreis noch ziemlich interessant werden. Denn morgen steht im britischen Parlament die nächste Abstimmung über das Brexit-Abkommen mit der EU an. Da sich die jetzige Version von Premierministerin Theresa May kaum von der vorherigen unterscheidet, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass das Abkommen wieder abgelehnt wird. Die US-Notenbank Fed wird am Mittwoch unseres Erachtens wegen der größer gewordenen Konjunktursorgen die Zinsen nicht weiter erhöhen. Während dies positiv für Gold sein sollte, könnte es am Freitag mit der Veröffentlichung eines robusten Arbeitsmarktberichtes in den USA wieder einen Dämpfer erhalten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die Industriemetalle stehen zum Start der neuen Handelswoche fast alle unter Druck. Insbesondere der Aluminiumpreis fällt, er rutscht wieder unter 1.900 USD je Tonne. Nach langem Hin und Her haben die USA vergangene Nacht die Sanktionen gegen den größten russischen Aluminiumproduzenten aufgehoben. Die Sanktionen waren seit April letzten Jahres in Kraft und hatten den Markt lange Zeit in Atem gehalten – es kamen immer wieder Sorgen über Versorgungsengpässe auf. Denn der russische Produzent steht für fast 6,5 % der weltweiten Aluminiumproduktion. Nun dürfte dem Markt wieder mehr Material zur Verfügung stehen, wohl auch schon kurzfristig, denn das Unternehmen hat in den letzten Monaten Material von seinen Fabriken in Sibirien in die Häfen des Landes transportiert, damit es nach Aufhebung der Sanktionen schnell verschifft werden kann. Das russische Aluminium kann auch wieder uneingeschränkt gehandelt bzw. die Kontrakte mit diesem hinterlegt werden, da die LME heute Morgen ebenfalls ihre Restriktionen gegen den Produzenten aufgehoben hat. Dies spricht u.E. gegen nachhaltig steigende Aluminiumpreise. Nach dem Dammbruch bei einer Eisenerzmine in Brasilien ist in China der Eisenerzpreis heute zeitweise um 6 % nach oben gesprungen. Denn es wird befürchtet, dass das Angebot eingeschränkt werden könnte. Brasilien ist nach Australien der weltweit zweitgrößte Eisenerzexporteur. In Singapur war die Preisreaktion allerdings verhaltener.

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise

Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.

Aktueller Link