Erfolgreich investieren

Langfristig investieren rentiert sich, man erzielt bei vergleichsweise niedrigem Aufwand gute bis sehr gute Renditen. Der Aufbau langfristiger Portfolios kann hierbei von Person zu Person variieren. Sowohl hinsichtlich der Assetklassen, als auch im Hinblick auf die Investitionsfrequenz und -höhe lassen sich Portfolios unterschiedlich gestalten.

In Folgeartikel werden verschiedene Assetklassen vorgestellt, welche für langfristige Investitionen besonders geeignet sind. Das mögliche Anlageuniversum umfasst zum Beispiel ETFs, Fonds und Aktien, aber auch Rohstoffe und Edelmetalle. Es werden auch mögliche Strategien vorgestellt, mit denen man je nach Marktlage und persönlicher Finanzsituation erfolgreich in diese Assetklassen investieren kann.

Einleitend wird in diesem Artikel auf das Prinzip der Diversifikation eingegangen. Diversifikation spielt nicht nur bei langfristigem Vermögensaufbau, sondern bei jeglichem Investitionsverhalten eine wichtige Rolle. Dies ist für viele sicher nichts Neues, dennoch ist es wichtig, alle Hintergründe dieses Prinzips zu verstehen, um es erfolgreich umzusetzen.

Das Prinzip der Diversifikation

„Richtig“ angewandt erhöht Diversifikation die risikobereinigte Rendite. Diese gängige Annahme beruht auf dem auch intuitiv fassbaren Gedanken, dass Diversifikation zu Risikostreuung führt und somit die selbe Rendite bei geringerem Risiko bzw. höhere Rendite bei gleichem Risiko erzielt werden kann.

Wenn man zum Beispiel nur in eine einzige Aktie investiert, ist das gesamte investierte Vermögen von der Entwicklung dieser einen Aktie abhängig. Im Worst Case könnte man sein Kapital zu fast 100 % verlieren, falls die zugehörige Firma Insolvenz anmeldet. Investiert man jedoch dasselbe Vermögen in 10 verschiedene Aktien, würde man in dem eben beschriebenen Szenario „lediglich“ 10 % verlieren. Jede zusätzliche Investition in eine Aktie mit vergleichbarem Risiko-Rendite-Profil verringert das Risiko, welches von einer einzelnen Position im Portfolio ausgeht.

Unsystematisches Risiko vs. Systematisches Risiko

Im Rahmen der Diversifikation wird gemäß der Kapitalmarkttheorie zwischen zwei verschiedenen Arten von Risiken unterschieden - dem unsystematischen und dem systematischen Risiko.

Die Kapitalmarkttheorie befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen der Rendite und dem Ertrag. Die „klassische“ Kapitalmarkttheorie wurde von Harry Markowitz entwickelt und geht von einem linearen Zusammenhang zwischen der Rendite und dem Risiko eines Finanzwertes aus – eine höhere Rendite führt zu höherem Risiko und vice versa. Im Portfolio lässt sich Risiko jedoch streuen, sodass bei konstanter Rendite das Risiko reduziert werden kann bzw. bei kontantem Risiko die Rendite des Portfolios erhöht werden kann.


Folgen Sie mir kostenlos auf meinem Guidants Desktop, um keine meiner Analysen zu verpassen.


Das Unsystematische Risiko ist laut der Kapitalmarkttheorie das Risiko, welches einem Unternehmen oder einer Industrie zugrunde liegt. Es ist also ein anlagespezifisches Risiko und kann durch Streuung der Anlagen am Kapitalmarkt reduziert werden. Zum Beispiel indem, wie oben beschrieben, das Risiko welches von einer einzelnen Aktie ausgeht, durch den Kauf weiterer Aktien reduziert wird.

Das Systematische Risiko hingegen ist laut der Kapitalmarkttheorie das Risiko, welches von Ereignissen ausgeht, die alle Kapitalanlagen betreffen. Daher kann es nicht durch Diversifikation innerhalb einer Assetklasse reduziert werden. Dieses Risiko wird auch „Marktrisiko“ genannt. Veränderungen der Inflationsrate (und daraus folgend auch der Zinsen) stellen zum Beispiel ein systematisches Risiko dar. Um diese Art von Risiko zu verringern, sollte man sein Portfolio Assetklassen-übergreifend diversifizieren. Zum Beispiel indem ein Aktienportfolio durch den Kauf von Gold gegen Inflation abgesichert wird. Hierauf wird in den Folge-Artikeln detaillierter eingegangen.

Das systematische Risiko wird anhand des Beta Faktors gemessen. Dieser Faktor misst wie volatil ein Basiswert im Vergleich zum Gesamtmarkt ist. Ein Betafaktor > 1 bedeutet, dass der Basiswert volatiler ist als der Gesamtmarkt, wobei gilt desto größer der Wert, desto volatiler. Ein Betafaktor < 1 bedeutet somit, dass der Basiswert entsprechend weniger stark schwankt als der Gesamtmarkt und Betafaktor = 0 bedeutet somit, dass der Basiswert sich gleich wie der Gesamtmarkt entwickelt. Eine höhere Volatilität wird hierbei einem höheren Risiko gleichgestellt.

Die Rolle der Korrelation

Korrelation beschreibt, ob zwei Anlagen in einem Zusammenhang zueinander stehen und falls ja, ob sie positiv oder negativ voneinander abhängig sind. Eine Korrelation kann theoretisch aufgrund jeglicher Verbindung zweier Anlagen bestehen, wie zum Beispiel der Unternehmensgröße oder der Industrie, welche den Anlagen zugrunde liegt.

Der Korrelationskoeffizient nach Pearson ist ein statistisches Maß, welches die Korrelation misst. Der Koeffizient kann Werte zwischen +1 und -1 annehmen. Ein Wert von +1 bedeutet, dass zwei Anlagen vollständig positiv korreliert sind, also vollständig gleich verlaufen und -1 bedeutet, dass sie vollständig negativ korreliert sind, also vollständig entgegengesetzt verlaufen. Der Wert 0 besagt, dass die betrachteten Anlagen unabhängig voneinander verlaufen.

Intuitiv lässt sich aus dem Ziel der Risikostreuung ableiten, dass man Anlagen bzw. Assetklassen in seinem Portfolio so streuen sollte, dass sie entweder möglichst unkorreliert oder negativ korreliert sind. Positive Korrelation mindert Diversifikationsvorteile, da sich die Anlagen dann zumindest teilweise ähnlich entwickeln.

Mögliche Nachteile der Diversifikation

Je höher die Anzahl an Positionen in einem Portfolio, desto aufwendiger ist es, dieses Portfolio effizient und erfolgreich zu managen. Falls die Vorteile, welche durch Diversifikation entstehen, durch zu hohen Aufwand und ineffizientes Managen verloren gehen, spricht man von Überdiversifikation.

Die empfohlene Anzahl an Positionen für eine optimale Portfoliogröße variiert, viele Experten empfehlen ungefähr 10 Positionen. Dies ist eine gute Orientierungsgröße, jedoch ist die optimale Portfoliogröße individuell abhängig von der Zeit, die Investoren für das Managen ihres Portfolios aufwenden können bzw. möchten.

Ein weiterer Nachteil kann durch eine zu strikte Umsetzung des Prinzips der Diversifikation entstehen. Das Ziel diversifizierter Portfolios ist, Positionen mit höherem Risiko durch Positionen mit geringerem Risiko so auszugleichen, dass das Portfolio in Summe der individuellen Risikopräferenz des Inhabers entspricht. Wenn die riskantere Position im Wert steigt, müsste streng genommen ein Teil dieser Position verkauft bzw. umgeschichtet werden, um das Risiko, dem das Portfolio ausgesetzt ist, konstant zu halten. Dies schränkt jedoch das Renditepotenzial des Portfolios ein, da Positionen mit moderaten oder geringen Renditechancen aufgrund ihres per Definition vergleichsweise geringerem Risikos über die Zeit im Vergleich übergewichtet werden würden.

Fazit:

Diversifikation ist essentiell für jeglichen Vermögensaufbau, um sich gegen Risiken abzusichern und somit stabilere Renditen zu erwirtschaften. Wie strikt man das Prinzip der Diversifikation umsetzt, ist vom individuellen "Risikoappetit" abhängig. Wichtig ist, dass Sie bei Ihren Entscheidungen alle Facetten der Diversifikation im Hinterkopf behalten, um das Prinzip möglichst effizient umzusetzen und so Ihr optimales Portfolio aufzubauen. Diversifizieren Sie hierbei nicht nur innerhalb der Assetklassen, sondern auch über die verschiedenen Assetklassen hinweg und behalten Sie die Korrelation im Blick.


Wollen Sie mittel- bis langfristig erfolgreich Vermögen aufbauen? Dann folgen Sie mir kostenlos auf meinem Guidants Desktop!

Auf meinem Desktop setze ich meine Strategie des erfolgreichen Vermögensaufbau um, inklusive Musterdepots und Watchlist.


Lesen Sie auch: