Paris (BoerseGo.de) – Nach einem unrühmlichen Sommer ist an den europäischen Aktienmärkten wieder eine Erholung zu beobachten. Gründe dafür sind der EZB-Entscheid vom 4. September, eine gewisse Entspannung in der Russland-Ukraine-Krise und die politische Wende in Frankreich, die in den kommenden Monaten noch ihre Wirkung zeigen wird, wie Igor de Maack in einem aktuellen Marktkommentar für DNCA Finance schreibt.

EZB-Präsident Mario Draghi und seine Kollegen hätten nach ihrer letzten Sitzung beispiellose Maßnahmen angekündigt. Während viele Investoren die Senkung des Leitzinses auf ein rekordtiefes Niveau von 0,05 Prozent überrascht habe, sei das angekündigte Aufkaufprogramm für private Anleihen eine Europa-Premiere. Im Gegensatz zum amerikanischen Quantitative Easing plane die EZB den Kauf von Staatsanleihen nicht – deren Zinsen hätten bereits historische Tiefststände erreicht, heißt es weiter.

„Ziel dieser Maßnahmen ist es, die Wirkung der beiden TLTRO-Programme zu verstärken, die im Juni beschlossen wurden. Sie sollten den Banken billiges Geld verschaffen, die es wiederum an Haushalte und Unternehmen weiterverleihen. Die Programme werden erst in diesem Monat und im Dezember umgesetzt, ihre Wirkung wird sich also erst zeigen. Für die Banken bieten sie allerdings eine Chance und dürften sie anspornen, die Realwirtschaft stärker zu finanzieren“, so de Maack.