In der letzten Woche wurde die Rekordjagd an den internationalen Aktienmärkten fortgesetzt. Der amerikanische Dow Jones schloss erstmals über der 12.000 Punkte-Marke mit einem Wochenplus von 0,35% (+0,2% beim S&P500). Auch der Dax verzeichnete einen erfreulichen Wochenverlauf: Mit einem Gewinn von rund 0,5% überwand er die Marke von 6.200 Punkten und markierte ein neues Fünfjahres-Hoch. Der japanischen Nikkei225 legte um 0,7% zu, der EuroStoxx50 verzeichnete ein moderates Minus von 0,02%. Ausschlaggebend für die insgesamt erfreuliche Entwicklung waren insbesondere robuste US-Konjunkturdaten, auch die Erzeuger- und Verbraucherpreise wurden trotz hoher Kernrate positiv aufgenommen. In Deutschland und Europa belastete der überraschend schwache ZEW-Index die Stimmung nur kurzfristig. Gegen den positiven Trend entwickelten sich die Technologiewerte schwach. Hier enttäuschten die überwiegend schwachen Quartalsausweise bzw. Ausblicke der Halbleiterhersteller in den USA. Der europäische Technologieindex beendete die Woche mit einem Abschlag von 2%.

Die Aktienmärkte stehen im Fokus der Quartalsausweise für das dritte Quartal 2006. Bisher haben 151 im S&P500 gelisteten Unternehmen ihre Zahlen präsentiert, dabei konnten die Gewinne gegenüber dem Vorjahresquartal um annähernd 16% zulegen. Die Ausblicke auf das nächste Quartal sind allerdings eher zurückhaltend. Unter den europäischen Gesellschaften werden in der aktuellen Woche auch drei Dax-Unternehmen (DaimlerChrysler, Lufthansa und VW) ihren Erfolgsausweis vorlegen. Besondere Beachtung dürften die Quartalsberichte der internationalen Energieriesen BP, RoyalDutch Shell, Exxon und Chevron angesichts eines zurückgehenden Ölpreises und weiter steigender Förder- und Produktionskosten erfahren. Auch die Tagung der US-Notenbank am Dienstag und Mittwoch über Inflationsrisiken und eine mögliche Wachstumsschwäche der US-Konjunktur wird die Märkte bewegen. Bisher rechnen die Marktteilnehmer mit einer Zinssenkung im ersten Quartal 2007 und einem weiterhin robusten Konjunkturverlauf. Cominvest erwartet, dass sich die Aktienmärkte auf den erreichten Kursniveaus stabilisieren, allerdings angesichts der zahlreichen Meldungen von Unternehmensseite bzw. von der US-Notenbank teilweise heftigen Schwankungen unterliegen.

Neben dem FOMC-Meeting der Fed werden sowohl in den USA als auch in Europa einige wichtige Daten veröffentlicht, die insgesamt eine Abschwächung der konjunkturellen Dynamik anzeigen werden. Besonders deutlich wird sich die Abschwächung in den USA zeigen, wo am Freitag die BIP-Schätzung für das dritte Quartal bekannt gegeben wird. Mit ca. 2% (annualisiert) wird hier eine deutliche Abkühlung erwartet. Trotz dieser Abschwächung rechnet cominvest für die nächsten Monate mit einer Beibehaltung der Geldpolitik (Leitzins wird bei 5,25% belassen). In Euroland werden wichtige Stimmungsindikatoren aus dem Unternehmensbereich veröffentlicht, die eine weiterhin robuste Einschätzung der Lage anzeigen dürften. Bei der Erwartungskomponente ist allerdings von einer Korrektur auszugehen, so dass wir von einem Rückgang beim ifo-Index ausgehen. Insgesamt wird sich der Rentenmarkt im ersten Teil der Woche eher schwach entwickeln. Die Veröffentlichung des US-BIPs sollte jedoch zur Stabilisierung beitragen und der Bund-Future bei ca. 116,90 liegen.

Quelle: cominvest

Die cominvest Asset Management GmbH mit Sitz in Frankfurt am Main wurde im Jahr 2002 durch Zusammenlegung der inländischen Asset Management-Aktivitäten der Commerzbank AG gegründet und ist seitdem eine hundertprozentige Tochter der Commerzbank. Aktuell verwaltet sie 55 Milliarden Euro, wovon 44% auf Privatkunden und 56% auf institutionelle Investoren entfallen. Der Schwerpunkt liegt dabei auf europäischen Aktien- und Rentenfonds.