Wien (BoerseGo.de) - Unternehmen aus den Schwellenländern werden auch für nachhaltig orientierte Investoren immer attraktiver. Das ist die Bilanz von Peter Varga und Dominik Benedikt, die den vor einem Jahr erfolgreich aufgelegten ERSTE RESPONSIBLE BOND EMERGING CORPORATE verantworten. „Im ersten Jahr seit Bestehen der neuen Fondsstrategie hat sich viel getan. In Sachen Nachhaltigkeit stellen die besten Schwellenländerunternehmen mittlerweile auch gute Unternehmen aus den Industrieländern in den Schatten. Wir identifizieren diese Vorreiter und investieren in sie“, erklärt Senior Analyst Dominik Benedikt, im Nachhaltigkeits-Research-Team zuständig für die Berücksichtigung von ökologischen, sozialen und Governance-Kriterien (ESG). Viele Investoren mit ESG-Anforderungen suchen nach Alternativen zu Staatsanleihen und Unternehmensanleihen aus den Industriestaaten, die derzeit nur geringe Renditemöglichkeiten bieten. „Als einer der ersten Anbieter wenden wir daher unseren Nachhaltigkeits-Prozess auf ein Portfolio von Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern an“, so der Fondsmanager Peter Varga.

Nachhaltigkeit sei zwar in den Schwellenländern noch immer kein allgemein akzeptiertes Konzept, aber die Vorreiterunternehmen machten große Fortschritte. Nicht nur die Unternehmenspraxis, sondern auch die Datenlage, anhand derer Investoren das unternehmerische Handeln überprüfen könnten, hätten sich verbessert. „Durch die schwächeren Institutionen in den Schwellenländern stellen ESG-Risiken hier eine besonders große Gefahr dar. Diese Risiken können wir durch eine zusätzliche Nachhaltigkeitsanalyse rechtzeitig identifizieren und minimieren. Auch Korruptionsrisiken, wie sie zuletzt bei einem großen brasilianischen Ölunternehmen aufgetreten sind, können frühzeitig erkannt werden. Zusätzlich werden auch schwerwiegende Menschenrechtsverstöße und Kinderarbeit vermieden. „In Summe können Investoren dadurch die besten Renditemöglichkeiten nutzen, ohne gleichzeitig das Risiko übermäßig zu erhöhen“, betont Dominik Benedikt.

Nachhaltiges Investieren in Anleihen von Schwellenländerunternehmen berge allerdings noch immer besondere Herausforderungen. Bei börsennotierten Unternehmen könnten sich Investoren auf eine breitere Informationslage stützen. Bei den nicht gelisteten Emittenten müssten die Analysten hingegen deutlich investigativer vorgehen. Das lohne sich allerdings: „Durch die Analyse investieren wir vermehrt in Unternehmen mit soliden Strukturen und gutem Management. Zudem macht die Regulierung auch in den Schwellenländern Fortschritte. Unternehmen, die nachhaltig wirtschaften, nehmen die Entwicklung oftmals vorweg und sind so besser vorbereitet“, erläutert Benedikt.

Im Bereich von Unternehmensanleihen aus den Schwellenländern sollten sich Investoren auf das Rating-Segment von „B-“ aufwärts konzentrieren. „Unterhalb dieser Schwelle steigt die Konkurshäufigkeit innerhalb der nächsten drei bis fünf Jahre stark an, und bei Schwellenländeranleihen kommen zusätzliche Risiken im Bereich Corporate Governance hinzu“, so Peter Varga. Es werden im Konkursfall viele Anleihen gegenüber Bankkrediten von Lokalbanken nachrangig behandelt, was im Konkursfall den Ausfallsbetrag weiter erhöhe. Vorsichtig ist der Fondsmanager derzeit bei Unternehmen aus der Ölbranche und dem Rohstoffsektor sowie bei nachrangigen Bankanleihen.

Das Risiko, dass die Emittenten bei der Bedienung von Hartwährungsanleihen aufgrund von Währungsschwankungen in Schwierigkeiten geraten, hält Varga dagegen bei gut geführten Unternehmen für relativ gering, vor allem wenn deren Geschäftsfelder stark exportlastig sind. Diese Unternehmen können ihre Währungsrisiken besser kontrollieren, indem sie die Einnahmen aus der Exporttätigkeit mit den Zinszahlungen und Tilgungen der Verbindlichkeiten in Hartwährung zu einem großen Teil ausgleichen können („natürliches hedging“). Die Fondsmanager bevorzugen daher derzeit Hartwährungsanleihen. Wenn allerdings die Währungen in Zukunft in Folge politischer und wirtschaftlicher Reformen an Stabilität gewinnen und die Liquidität im Markt zunehme, könne auch das Lokalwährungssegment attraktiver werden.