• Höchste Zuflüsse seit sieben Wochen zeigen, dass Anleger bei Silber Aufholpotenzial zu Gold sehen.
  • Wegen des ungewissen Ausblicks wurden erstmals seit Ende Mai Gelder aus Rohöl-ETPs abgezogen.
  • Kupfer-ETPs führten mit den höchsten Zuflüssen seit 16 Wochen den Industriemetallbereich an.
  • Gewinnmitnahmen ließen die Abflüsse aus Weizen auf ein Zweijahreshoch von 23 Mio. USD steigen.

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Silber (A0N62F), das die höchsten Zuflüsse seit sieben Wochen verzeichnete, ist gesucht, da die Anleger gegenüber anderen Edelmetallen (A0N62H) Aufholpotenzial sehen. Mit einem Rückgang von fast 3 Prozent ist Silber 2017 der Nachzügler im Edelmetallsektor. Nur Platin ist noch im Minus. Wie die Entwicklung unterstreicht, hat sich die Industrienachfrage noch nicht eingestellt, und so lagert an der COMEX so viel Silber wie zuletzt im April 1995. Zugleich üben die steigenden Realrenditen Druck auf Gold aus, und da die Risikobereitschaft stieg, blieb Silber zurück, sodass das Gold-Silber-Verhältnis mit 76 (je höher der Wert, desto günstiger ist Silber relativ zu Gold) den höchsten Stand seit 15 Monaten erreichte. „Nach den höchsten Zuflüssen seit sieben Wochen zu urteilen (34,9 Mio. USD), rechnen Anleger mit einer Trendumkehr“, sagt Jan-Hendrik Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.


Aufgrund des ungewissen Ausblicks wurden erstmals seit Ende Mai wieder Gelder aus Rohöl-ETPs (A1N49P) abgezogen. Trotz des überraschend hohen Rückgangs der US-Lagerbestände um 6,2 Mio. Barrel stellt sich die Frage, ob der Rohölmarkt 2017 ein Gleichgewicht findet. Denn nach der folgenden kurzen Rally erlagen die Rohölpreise wieder dem Pessimismus. Die US-Rohölbestände sind gegenüber dem Rekord Ende März zwar um 6 Prozent gefallen, sie untergraben in dieser Höhe aber immer noch die Bemühungen der OPEC, die das Angebot angesichts der schleppenden Nachfrage senken möchte. „Rohöl-ETPs (A0KRJX) verzeichneten daher zum ersten Mal seit sechs Wochen Abflüsse, die sich auf 18,8 Mio. USD beliefen.“


Kupfer-ETPs (A0KRJU) führen den Industriemetallbereich mit den höchsten Zuflüssen seit 16 Wochen an (19,9 Mio. USD). Obwohl Kupfer-ETPs (A0KRJU) zum achten Mal in Folge Zuflüsse verzeichneten, täuscht der Optimismus des Sektors darüber hinweg, dass die zugrunde liegende Nachfrage gedämpft bleibt: Die globalen Vorräte nahmen in der letzten Woche zu, auch wenn sie unter den Mehr¬jahreshochs vom Februar 2017 blieben. „Da für 2017 ein Angebotsdefizit vorausgesagt wird und die International Copper Study Group einen Anstieg der Nachfrage prognostiziert, dürfte sich die Rally allerdings fortsetzen“, so Hein.


Gewinnmitnahmen ließen die Abflüsse aus Weizen auf ein Zweijahreshoch von 23 Mio. USD steigen. Dass Weizen-ETPs (A0KRJ9) in der dritten Woche in Folge Abflüsse verzeichnen, zeigt, dass der Optimismus über die Nachhaltigkeit der jüngsten Weizenrally rasch nachlässt. Als aufgrund der Trockenheit Sorgen über die US-Ernte aufkamen, explodierten die Weizenpreise. „Die Wetterlage wird sich wohl hauptsächlich auf die Ernte des Sommerweizens auswirken. Winterweizen könnte Einbußen erleiden, da die Erntequalität weniger betroffen ist“, sagt Hein.


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