Die wirtschaftliche Leistung in der Eurozone ist im zweiten Quartal um 12,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal eingebrochen. Das war auch in etwa so erwartet worden. Gleichwohl ergeben sich ein paar interessanter Schlussfolgerungen aus den Daten. Erstens ist die Spreizung der wirtschaftlichen Entwicklung in Europa deutlich größer als erwartet: So hat sich Deutschland mit einem BIP-Rückgang von 10,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal ganz gut behauptet, während Frankreich (minus 13,8 Prozent) und vor allem Spanien (erschütternde minus 18,5 Prozent) am kräftigsten getroffen wurden.

Italien hat sich etwas besser geschlagen als gedacht (minus 12,4 Prozent). Zweitens kann man – insbesondere nach der Einigung auf das EU-Rettungspaket – umso fester davon ausgehen, dass die Erholung im kommenden Jahr kräftiger ausfallen wird, als noch vor kurzem erwartet. Wer tiefer startet kann höher steigen. Bis jedoch das Niveau an wirtschaftlicher Aktivität von Ende 2019 wieder erreicht wird, wird man noch mindestens zwei Jahre warten müssen.