• EU-Verbrauchervertrauen verbessert sich überraschend
  • US-Regierung will Nord Stream 2 verhindern
  • USA lockern Maßnahmen gegen Huawei
  • May will neuen Brexit-Plan vorstellen
  • Düsterer Wirtschaftsausblick der OECD
  • Hohe Firmenverschuldung: Fed-Powell rät zur Vorsicht
  • Österreich: Kanzler Kurz droht Misstrauensvotum
  • Monsanto hat auch in Deutschland schwarze Listen erstellt
  • 1&1 Drillisch und United Internet kappen Dividenden
  • Elliott drängt Uniper nicht mehr zu Beherrschungsvertrag mit Fortum
  • Daimler will in der Verwaltung Kosten drücken
  • Ceconomy: Gewinn über Erwartungen

AKTION:

DAX

  • Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Dienstag von den Abgaben der Vortage erholt. Der DAX konnte um 0,85 Prozent auf 12.143,47 Zähler zulegen. Der seit Monaten steigende Ölpreis sowie der Iran-Konflikt hatten am Montag ebenso die Stimmung belastet wie die in dieser Woche stattfindenden Europa-Wahlen. Ein konkreter Auslöser für die jüngste Kursschwäche waren auch die US-Sanktionen gegen den chinesischen Technologiekonzern Huawei. Doch jetzt hat Washington die Zügel gegen Huawei etwas gelockert. Der Konzern darf weitere drei Monate US-Produkte kaufen, seine Netze betreiben und Software-Updates für bestehende Smartphones bereitstellen. Die Erleichterung über das Aufweichen der Sanktionen ist heute vor allem bei westlichen Technologieunternehmen zu sehen.

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Scout24-Aktien haben am Dienstag eine starke Rally hingelegt. Kurz zuvor war bekannt geworden, dass sich der aktivistische Investor Paul Singer mit seinem Elliott-Fonds über Derivate einen Anteil von 6 Prozent am Portalbetreiber gesichert hat.
  • Der Energieversorger E.ON will bis zum Jahr 2045 rund 2,5 Mrd. Euro investieren, um sein Netz für die E-Mobilität technisch aufzurüsten. „Klar ist, wir müssen unser Netz ausbauen", sagte Vorstand Thomas König am Dienstag. Mit dem Energieberater Consentec habe E.ON errechnet, wie das eigene Netz ausgebaut werden müsste, wenn bis 2045 sämtliche Pkw im E.ON-Netzgebiet - rund 6,5 Millionen Wagen - einen Elektroantrieb hätten und entsprechend Strom bräuchten. Pro Einheit wären es 400 Euro.
  • Einen Tag vor der Hauptversammlung von Uniper hat der aktivistische Investor Elliott seinen Beschlussvorschlag zurückgezogen. Die Aktionäre sollten bei der Hauptversammlung am Mittwoch auf Druck des Investors über „die Anweisung an den Vorstand, den Abschluss eines rechtmäßigen Beherrschungsvertrages" mit dem finnischen Großaktionär Fortum abstimmen. Eine Begründung für die Rücknahme des Antrags gab Elliott nicht.
  • Die US-Baumarktkette Home Depot erzielte von Januar bis März einen Umsatz von 26,4 Mrd. Dollar und damit 6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das operative Ergebnis stieg ähnlich stark auf 3,6 Mrd. Dollar. Der Nettogewinn lag bei 2,5 Mrd. Dollar. Das waren knapp fünf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
  • Amazon hat einen Streit um die Internetadressen-Endung „.amazon“ für sich entschieden. Die zuständige Organisation Icann beschloss, dass Amazon die schon 2012 beantragte Endung nutzen darf. Dagegen hatten mehrere südamerikanische Staaten Protest eingelegt. Sie argumentieren, dass die Endung „.amazon“ auf semantischer Ebene untrennbar mit dem Amazonas-Regenwald verbunden sei und keinesfalls das Monopol eines Unternehmens sein dürfe.
  • Die großen deutschen Pharmakonzerne hinken den Schwergewichten der Branche hinterher. Während die globalen Marktführer aus den USA und der Schweiz ihren Umsatz im vergangenen Jahr kräftig steigern konnten, fielen die deutschen Firmen zurück, wie eine Analyse der Beratungsgesellschaft EY zeigt. EY-Experte Siegfried Bialojan sagte: „Während die USA den Ton angeben und die Schweizer gut mithalten können, fällt das übrige Europa ab“.
  • Merck & Co hat sich für bis zu 2,2 Mrd. Dollar das Biotechnologieunternehmen Peloton Therapeutics einverleibt. Damit sichert sich Merck & Co einen vielversprechenden Medikamentenkandidaten für eine neuartige Krebstherapie. Peloton war bisher in Privatbesitz. Gemäß der Vereinbarung sollen für die Übernahme aller ausstehenden Aktien zunächst 1,05 Mrd. Dollar in bar gezahlt. Bei Erreichen bestimmter regulatorischer Meilensteine fließen weitere 1,15 Mrd. Dollar.
  • Amazon hat die neueste Version seines günstigen Fire 7-Tablets vorgestellt. Die neue 2019er Version des Fire 7-Tablet kann bereits in vier verschiedenen Farben vorbestellt werden.
  • General Motors fährt sein Engagement im Carsharingmarkt herunter. Die Carsharingtochter Maven wird sich aus acht von 17 nordamerikanischen Großstädten zurückziehen, kündigte der US-Autokonzern an.
  • Die jetzige Bayer-Tochter Monsanto hat vor der Übernahme durch den Leverkusener Konzern nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Spanien und Großbritannien umstrittene Listen mit Kritikern erstellen lassen. Dies teilte der Bayer-Konzern am Dienstag mit. Wie viele Menschen auf den Listen stünden, werde noch geklärt. Betroffene sollten spätestens Ende kommender Woche informiert werden.
  • Laut einem Bericht des "manager magazins“ buhlen Toshiba und Siemens Gamesa um den insolventen Hamburger Windanlagenbauer Senvion. Zu den Interessenten zählten außerdem die US-Beteiligungsgesellschaft Blackstone sowie weitere Finanzinvestoren, schreibt das Magazin unter Berufung auf Verhandlungskreise. Ein Senvion-Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab. Senvion hat nach eigenen Angaben die Investmentbank Rothschild mandatiert und strebt an, bis zur Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli einen Käufer zu finden.
  • Die Airline Alitalia hat wegen Arbeitsausständen die Hälfte ihrer Flüge gestrichen. Darunter waren am Dienstag insgesamt drei Verbindungen von und nach Frankfurt/Main, München und Düsseldorf, wie das Unternehmen mitteilte. Fluggewerkschaften hatten zu einem Streik im gesamten Sektor aufgerufen. Alitalia sagte rund 300 Flüge ab.
  • United Internet und seine Sparte 1&1 Drillisch kündigten am Montagabend an, den jeweiligen Hauptversammlungen eine nur noch symbolische Dividende von jeweils fünf Cent je Anteilschein vorschlagen wollen. Grund sei die laufende 5G-Frequenzversteigerung. Dafür sollen ausreichend freie Mittel zur Verfügung stehen. Ursprünglich hatte United Internet 90 Cent je Aktie und 1&1 Drillisch 1,80 Euro je Aktie auszahlen wollen.
  • Um das Wegbrechen der Erträge aufzuhalten, arbeitet der Autobauer Daimler seit Februar an „Gegenmaßnahmen“. Das Sparpaket, das intern als „Move“-Initiative bekannt ist, dürfte im Sommer fertig sein, berichtet das „Handelsblatt“. Es zeichne sich ab, dass die Kosten in den zentralen Verwaltungsbereichen um gut 20 Prozent sinken sollen.
  • Der Elektronikhändler Ceconomy hat im zweiten Quartal aufgrund hoher Kosten für den laufenden Konzernumbau einen Gewinnrückgang um 20 Mio. auf 83 Mio. Euro verzeichnet. Bereinigt und ohne die Beteiligung an dem französischen Händler Fnac Darty blieb das Ergebnis mit 80 Mio. Euro in etwa stabil. Unter dem Strich schrieb Ceconomy mit 20 Mio. Euro wieder schwarze Zahlen. Der Umsatz ging um zwei Prozent auf 5 Mrd. Euro zurück.
  • Das Biotech-Unternehmen Evotec will den US-Biologika-Spezialisten Just Biotherapeutic komplett schlucken. Der vereinbarte Kaufpreis liegt bei bis zu 90 Mio. US-Dollar in bar. Mit einem Abschluss der Übernahme rechnet Evotec im zweiten Quartal.
  • Eine Gruppe von 170 Herstellern, darunter Nike und Adidas, haben US-Präsident Trump aufgefordert, Sportbekleidung und Schuhe von der Liste kommender Strafzölle auf Waren aus China zu streichen. In einem offenen Brief bezeichnen sie die Auswirkungen als katastrophal für die Wirtschaft und die Verbraucher.
  • Der Hersteller von patentfreien Markenarzneimitteln für ausgewählte Therapiegebiete in Deutschland, Dermapharm Holding SE, konnte den Umsatz in den ersten drei Monaten des Jahres um 19,0 Prozent auf 163,6 Mio. Euro steigern. Zugleich erhöhte sich das um Einmalkosten bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) um 20,7 Prozent auf 43,7 Mio. Euro. Die bereinigte EBITDA-Marge lag entsprechend bei 26,7 Prozent und damit 0,4 Prozentpunkte über der Marge des Vorjahres.

Konjunktur & Politik

  • Die britische Premierministerin Theresa May will das Parlament über ein zweites Brexit-Referendum abstimmen lassen. Dies kündigte May am Dienstagnachmittag in einer Rede an.
  • Der Index für das Verbrauchervertrauen in der Eurozone hat sich im Mai im Vergleich zum Vormonat überraschend um 0,8 auf minus 6,5 Punkte erhöht, wie die EU-Kommission am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten hingegen mit einem Stand von minus 7,7 Punkte gerechnet.
  • Im Streit mit den Demokraten über die Offenlegung seiner Finanzunterlagen hat US-Präsident Trump eine Niederlage vor Gericht erlitten. Ein Bundesrichter entschied, dass Dokumente von Wirtschaftsprüfern dem Kongress vorgelegt werden dürfen. Trump hatte dies mit einer Klage zu verhindern versucht. Bei den Dokumenten handelt es sich um solche einer Buchhaltungsfirma, die Trump und seine Unternehmen jahrelang betreut hatte.
  • Die US-Regierung will den Bau der geplanten Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 aufhalten. Ein Gesetz, das Strafen gegen an dem Projekt beteiligte Unternehmen vorsehe, werde „in nicht zu ferner Zukunft" vorliegen, sagte Energieminister Rick Perry am Dienstag in Kiew.
  • Nike, Under Armour und andere US-Schuhhersteller haben Präsident Trump dazu aufgefordert, ihre Produkte von geplanten neuen Importzöllen gegen China auszunehmen. „Der angedachte zusätzliche Zoll von 25 Prozent auf Schuhe wäre für unsere Verbraucher, unsere Firmen und die US-Wirtschaft als Ganzes katastrophal", hieß es in einem Schreiben des Branchenverbandes FDRA an Trump und hochrangige Regierungsvertreter.
  • Der Handelskonflikt zwischen den USA und China hinterlässt Spuren im Exportgeschäft der deutschen Maschinenbauer. Im ersten Quartal legten Ausfuhren nach China nur um 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu, wie der Branchenverband VDMA am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Die Verunsicherung der Kunden in China sei groß, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.
  • Das globale Wachstum hat sich nach Einschätzung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) spürbar verlangsamt und dürfte unterdurchschnittlich bleiben. Handel und Investitionen hätten sich deutlich abgeschwächt, vor allem in Europa und Asien. Die Stimmung von Unternehmen und Verbrauchern habe sich eingetrübt, die Industrieproduktion gehe zurück, heißt es im aktuellen Konjunkturausblick der OECD. Die Organisation erwartet für die Weltwirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum von 3,2 Prozent wachsen, nach 3,7 und 3,5 Prozent in den Jahren 2017 und 2018. Für kommendes Jahr wird ein etwas höheres Wachstum von 3,4 Prozent vorhergesagt. Die Prognose für dieses Jahr wurde reduziert. „Die Aussichten bleiben schwach und es gibt viele Risiken, die einen dunklen Schatten auf die Weltwirtschaft und das Wohlergehen der Menschen werfen", fasste OECD-Chefökonomin Laurence Boone den Ausblick zusammen.
  • Die USA sind in ihrem strikten Vorgehen gegen den chinesischen Huawei-Konzern teilweise zurückgerudert. Ab sofort gilt für 90 Tage eine Regelung, die einige Geschäfte mit Huawei wieder erlaubt, teilte das US-Handelsministerium in der Nacht zum Dienstag mit. Dabei geht es vor allem um die Versorgung bestehender Smartphone-Nutzer sowie den Betrieb von Mobilfunk-Netzwerken mit Huawei-Technik. Google darf damit in den drei Monaten die Telefone weiterhin in vollem Umfang mit Updates und Apps versorgen. Für die Verwendung von US-Technologie in neuen Produkten gilt die Lockerung allerdings nicht. Die USA hatten Huawei auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen.
  • Fed-Chef Jerome Powell macht sich Sorgen über die hohe Unternehmensverschuldung. Die Lage sei zwar nicht mit den Bedingungen am US-Hypothekenmarkt vergleichbar, die zur Finanzkrise 2008 geführt hätten, sagte Powell laut Reuters. Jedoch gebe es einen Mangel an Transparenz bei der Verschuldung von Firmen und steigende Risiken, sollte sich das Wachstum abschwächen. „Die Verschuldung der Firmen hat ein Niveau erreicht, das Unternehmen und Investoren einen Grund zur Pause und zum Nachdenken geben sollte.”
  • In Österreich ist die rechts-konservative Regierung an der Ibiza-Affäre zerbrochen. Alle FPÖ-Minister legten am Montag ihre Ämter nieder, nachdem Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gefordert hatte. Die nun unbesetzten Ministerien sollten bis zur vorgezogenen Wahl im Herbst von Experten und Spitzenbeamten besetzt werden, sagte Kurz. Nun gilt es als wahrscheinlich, dass das Parlament am kommenden Montag zu einer Sondersitzung zusammenkommt und über einen Misstrauensantrag berät. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner forderte bereits, die gesamte Regierung müsse zurücktreten und gegen ein Übergangskabinett aus Experten ausgetauscht werden. also auch Kanzler Kurz und seine ÖVP-Minister. Sollte ein Misstrauensantrag Erfolg haben, müsste Bundespräsident Alexander Van der Bellen einen neuen Regierungschef ernennen.
  • Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht die Europäische Union in einer „existenziellen Bedrohung“ und fordert deshalb eine neue Strategie. Nach der Wahl zum Europäischen Parlament müsse eine europäische Gründungskonvention entwickelt werden, sagte Macron in einem Gespräch mit Journalisten von rund 40 französischen Regionalzeitungen. Er sehe mit Sorge ein „heimliches Einverständnis“ zwischen Nationalisten und ausländischen Interessen – mit dem Ziel, Europa zu zerstören. Macron kam in diesem Zusammenhang auf einen Aufenthalt von Steve Bannon in Frankreich zu sprechen. Er bezeichnete die in dieser Woche anstehende Europawahl als „die wichtigste seit 1979“.

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