• EUR/TRY - Kürzel: EUR/TRY - ISIN: EU0006169963
    Börse: FOREX / Kursstand: 7,10550 TL

Essen (GodmodeTrader.de) - Der türkische Präsident zeigte gestern unmittelbar vor Beginn der mit Spannung erwarteten Zinssitzung der türkischen Zentralbank, wer Herr im (Notenbank-) Haus ist. Erdogan betonte zwar, dass die Notenbank ihre eigenen Entscheidungen treffe, diese seien jedoch falsch, wie die Analysten der National-Bank im aktuellen „Devisenbericht" schreiben.

„Man würde die falschen Annahmen treffen und vor allem die Inflationsentwicklung nicht richtig einschätzen. Hohe Zinsen würden Inflation nur fördern, er fordere sinkende Leitzinsen in der Türkei. Die Lira geriet nach den Aussagen, wenig überraschend, unter Druck und verlor zum Euro gut drei Prozent. Analysten erwarteten eine Zinserhöhung von 17,75 auf 22 Prozent, um die hohe Inflation einzudämmen und die Lira zu stützen“, so die National-Bank-Analysten.

Am späten Mittag sei dann bekanntgegeben worden, dass die Leitzinsen überraschend auf 24 Prozent angehoben würden. Der Markt sei hiervon völlig überrascht gewesen und habe mit Lira-Käufen reagiert. Nachdem der Euro-Kurs zuvor auf 7,60 gestiegen sei, verbilligte sich die Gemeinschaftswährung nach der Zinsentscheidung wieder auf 6,95 und habe sich dann bei 7,10 eingependelt, heißt es weiter.

„Mit dieser Entscheidung hat die türkische Notenbank wieder etwas Vertrauen zurückgewonnen, was mit einer leichten Stabilisierung der Lira honoriert wurde. Angesichts der o.g. Aussagen Erdogans bleibt es fraglich, ob der Markt davon überzeugt ist, dass die Zentralbank die Zinsen weiter anheben kann und die Lira damit Erholungspotenzial besitzt. Immerhin wurde ein weiterer Verfall gestoppt“, so die National-Bank-Analysten.