Die Entspannung in der Euro-Krise setzt sich fort. Die Forderungen der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target2 sanken im November um 3,0% auf 544,49 Milliarden Euro, wie die Bundesbank mitteilte. Ende Oktober hatten sie bei 561,50 Milliarden Euro gelegen. Seit September 2012 entwickeln sich die Target2-Salden, von einzelnen Monaten abgesehen, insgesamt rückläufig.

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Die Target-2-Salden sind ein Indikator für die Kapitalflucht aus den Krisenländern und werden deshalb auch als "Krisenindikator" betrachtet. Bei einer Zuspitzung der Euro-Krise flüchtet mehr privates Kapital aus den Krisenstaaten. Dieses private Kapital wird durch Notenbankkredite der Überschussstaaten (insbesondere Deutschland) ersetzt. Deshalb steigen die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber dem Euro-System, wenn sich die Krise zuspitzt.

Der bisherige Höchststand der Target2-Forderungen der Bundesbank war Ende August 2012 mit 751,4 Milliarden Euro erreicht worden, bevor EZB-Präsident Mario Draghi mit der Ankündigung des neuen Anleihenkaufprogramms OMT und dem Versprechen, alles für die Rettung des Euro zu tun, für Entspannung an den Märkten sorgte. Seitdem sind die Target2-Forderungen der Bundesbank deutlich gesunken, auch wenn sie noch sehr weit von ihrem Vorkrisenniveau entfernt sind.

Aktuell liegen die Target2-Forderungen der Bundesbank rund 28% unter ihrem Höchststand. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die fundamentalen Probleme in der Eurozone noch nicht gelöst sind. Allerdings hat die Angst der Märkte vor einem katastrophalen Ausgang der Krise vor allem durch das Einschreiten der EZB deutlich abgenommen. Dies trägt auch zu den zu beobachtenden Kapitalrückflüssen in die Krisenländer bei.

Oliver Baron