Die Entspannung in der Euro-Krise setzt sich weiter fort. Die Forderungen der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target2 sanken bis Ende Oktober auf 561,50 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Donnerstag mitteilte. Ende September hatten sie bei 570,37 Milliarden Euro gelegen. Insgesamt haben sich die Target2-Salden in den vergangenen Monaten leicht rückläufig entwickelt. Dies zeigt, dass es zu leichten Rückflüssen von Kapital aus Deutschland in die Krisenstaaten gekommen ist.

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Die Target-2-Salden sind ein Indikator für die Kapitalflucht aus den Krisenländern und werden deshalb auch als "Krisenindikator" betrachtet. Bei einer Zuspitzung der Eurokrise flüchtet mehr privates Kapital aus den Krisenstaaten. Dieses private Kapital wird durch Notenbankkredite der Überschussstaaten (insbesondere Deutschland) ersetzt. Deshalb steigen die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber dem Euro-System, wenn sich die Krise zuspitzt.

Der bisherige Höchststand der Target2-Forderungen der Bundesbank war Ende August 2012 mit 751,4 Milliarden Euro erreicht worden, bevor EZB-Präsident Mario Draghi mit der Ankündigung des neuen Anleihenkaufprogramms OMT und dem Versprechen, alles für die Rettung des Euro zu tun, für Entspannung an den Märkten sorgte. Seitdem sind die Target2-Forderungen der Bundesbank deutlich gesunken, auch wenn sie noch sehr weit von ihrem Vorkrisenniveau entfernt sind.

Aktuell liegen die Target2-Forderungen der Bundesbank rund 25% unter ihrem Höchststand. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Probleme in der Eurozone noch nicht wirklich gelöst sind. Allerdings hat die Angst der Märkte vor einem katastrophalen Ausgang der Krise deutlich abgenommen, was auch an den leichten Kapitalrückflüssen in die Krisenländer ablesbar ist.

Oliver Baron