markiert im frühen europäischen Geschäft Tiefstkurse bei 1.4700

    Am Freitag standen Veröffentlichungen der Eurozone im Mittelpunkt des Marktinteresses. Einmal mehr liefern diese Veröffentlichungen dem Euro keine Unterstützung:
    • Der Auftragseingang der Industrie der Eurozone lieferte per Juni auf ersten Blick eine positive Überraschung mit einem Rückgang um „nur“ 0,3%. Analysten hatten einen Einbruch um -1,1% prognostiziert. Die Revision des Monats Mai relativierte diese positive Überraschung jedoch vollständig mit einer Anpassung im Monatsvergleich von zuvor -3,5% auf -5,4%. In der Folge stellte sich der Rückgang im Jahresvergleich per Juni auf -7,4%. Die Konsensusprognose war bei -6,3% angesiedelt. Mithin ergibt sich ein Bild verstärkter Molltöne.
    • Die Leistungsbilanz wies per Juni ein Defizit in Höhe von -1,0 Mrd. Euro aus. Damit ergab sich in den letzten sechs Monaten das fünfte Defizit in dieser Datenreihe. Die Entlastung, die Deutschland der Eurozone in der Vergangenheit lieferte, reicht zusehends nicht mehr aus, das Gleichgewicht der Eurozone aufrecht zu erhalten.

    © Moody’s Economy.com

    Heute stehen US-Daten im Fokus des Finanzmarkts:

    1. Der „Chicago Fed National Activity Index“, der ein breit gefächerter Sammelindex der USWirtschaft ist, steht heute auf der Agenda. m Vormonat lag der Wert bei -0,60 Punkten. Eine Konsensusprognose ist hier nicht erhältlich. Aussagekräftig ist der 3- Monatsdurchschnitt. Werte unter der Marke von -0,70 Punkten signalisieren erhöhtes Kontraktionsrisiko der Wirtschaft. Zuletzt lag der Wert bei -0,93 Zählern.

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    2. Den Abschluss des Datenreigens macht der Absatz genutzter Wohnimmobilien per Juli. Analysten erwarten einen geringfügigen Anstieg von annualisiert 4,86 auf 4,92 Mio. Objekte. Der beigefügte Chart verdeutlicht die unverändert prekäre Lage in diesem Sektor losgelöst von stochastischen Monatsschwankungen.

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    Zusammenfassend ergibt sich ein Szenario, das den EUR aus maßgeblich technischer Sichtweise gegenüber dem USD favorisiert. Erst ein nachhaltiges Unterschreiten der Unterstützung bei 1.4670 – 1.4700 neutralisiert den positiven Bias des Euros.

    Viel Erfolg!

    © Folker Hellmeyer
    Chefanalyst der Bremer Landesbank