Die Entspannung in der Euro-Krise hat sich im Juli nicht weiter fortgesetzt. Die Forderungen der Deutschen Bundesbank im Rahmen des Zahlungsverkehrssystems Target2 stiegen bis Ende Juli leicht auf 576,47 Milliarden Euro, wie die Bundesbank am Mittwoch mitteilte. Ende Juni hatten sie bei 575,48 Milliarden Euro gelegen.

Die Target-2-Salden sind ein Indikator für die private Kapitalflucht aus den Krisenländern und werden deshalb auch als "Krisenindikator" betrachtet. Bei einer Zuspitzung der Eurokrise flüchtet mehr privates Kapital aus den Krisenstaaten. Dieses private Kapital wird durch Notenbankkredite der Überschussstaaten ersetzt, weswegen die Forderungen der Deutschen Bundesbank gegenüber den anderen nationalen Notenbanken der Eurozone ansteigen.

Der bisherige Höchststand der Target2-Forderungen der Bundesbank war Ende August 2012 mit 751,4 Milliarden Euro erreicht worden, bevor EZB-Präsident Mario Draghi mit der Ankündigung des neuen Anleihenkaufprogramms OMT und dem Versprechen, alles für die Rettung des Euro zu tun, für Entspannung an den Märkten sorgte. Seitdem waren die Target2-Forderungen der Bundesbank gesunken.

Die Target2-Forderungen der Bundesbank liegen aktuell aber nur rund 23 Prozent unter ihrem Höchststand. Damit zeigt sich einmal mehr, dass die Probleme in der Eurozone noch nicht wirklich gelöst sind. Allerdings hat die Angst der Märkte vor einem katastrophalen Ausgang der Krise deutlich abgenommen.

Oliver Baron