In Euroland hat der ZEW-Indikator im August positiv überrascht, indem er sich von 37 Punkten im Vormonat auf 50 Punkte verbessern konnte. Demgegenüber zog der ifo-Index nach seiner zweimaligen Erholung in den Vormonaten nicht weiter an. Vor allem im Groß- und Einzelhandel war die Stimmung nur verhalten. Der anhaltende Pessimismus ist auf die nach wie vor schwache Kaufbereitschaft der Konsumenten zurückzuführen. In Deutschland leiden die privaten Haushalte unter der sich nur langsam verbessernden Arbeitsmarktsituation und dem hohen Ölpreis, der das verfügbare Einkommen schmälert. Da die Immoblienpreise - anders als in den USA, aber auch anders als in Frankreich und Spanien - hierzulande im Zuge der niedrigen Zinsen nicht stark gestiegen sind, profitiert der deutsche Verbraucher nicht von positiven Vermögenseffekten, die die Nachfrage stabilisieren. Die daraus resultierende fehlende Wachstumsdynamik eröffnet der EZB sogar Spielraum für eine Zinssenkung, zumal trotz des hohen Ölpreises Inflationsgefahren aus Zweitrunden-effekten nicht vorhanden sind.

Neuwahlen in Deutschland beflügeln weiter Aktienmarkt

Die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten war auch im August noch positiv. Unterstützung bekamen die Kurse dabei von der Hoffnung auf einen baldigen Regierungswechsel in Deutschland, verbunden mit der Annahme, dass eine konservative Regierung die notwendigen Reformen erfolgreicher bewältigt.

Die Frühindikatoren liefern derzeit zwar noch kein klares Bild. Allerdings kann man erstmals seit Ende 2004 eine Bodenbildung erkennen. Die Euroland-Gewinn-schätzungen werden durch die jüngste Euro-Schwäche gestützt, so dass sich der Anteil der positiven Earnings Revisions unter dem Strich auf hohem Niveau behaupten kann Die fundamentale Bewertung der Aktienmärkte ist im aktuell niedrigen Zinsumfeld weiter günstig. Trotz einer möglichen kurzfristigen Konsolidierung erwarten wir somit mittelfristig weiter steigende Kurse. Der Ölpreis stellt aber gegenwärtig ein Risiko für Aktien dar. Für besonders aussichtsreich halten wir insgesamt weiterhin Telekommunikations- und Versicherungswerte.

Freundlicher Grundton bleibt bestehen

Die schwache Wachstumsdynamik in Euroland wirkt weiter grundsätzlich positiv auf die Rentenmärkte und wird die Zinssenkungsphantasie für die EZB auf mittlere Sicht aufrechterhalten. Angesichts der jüngsten Abschwächung des Euro zum Dollar dürfte sich die Zentralbank aber vorläufig zurückhalten. Unsere Positionierung ist gegenwärtig in Euroland, wie in den USA, gegenüber der Benchmark leicht übergewichtet, da die Bodenbildung bei den Frühindikatoren ins Stocken geraten ist und außerdem von den Konjunkturängsten in den USA - ausgelöst durch die dortige Naturkatastrophe - überschattet wird.

Quelle: Activest

Activest, die Investmentgruppe der HypoVereinsbank, entstand durch Zusammenlegung der Activest Institutional Investmentgesellschaft mbH und Activest Investmentgesellschaft mbH zum 01. Juli 2002. Zusammen mit der Activest Luxembourg S.A. werden mehr als 20,8 Mrd. Euro in 150 Publikumsfonds für Privatkunden und rund 39,3 Mrd. Euro in 306 Spezialfonds für institutionelle Anleger verwaltet (12/2004). Damit zählt die Gesellschaft zu den größten und erfahrensten Kapitalanlagegesellschaften in Deutschland und kann auf eine mehr als dreizehnjährige Erfahrung im Publikumsfondsbereich und einundvierzigjährige Erfahrung in der institutionellen Vermögensverwaltung zurückgreifen.