1. Die vorläufige Schätzung von Eurostat für die Inflationsentwicklung in Euroland im November wurde wie vom Consensus erwartet mit 2,2 % yoy bestätigt. Im Monatsvergleich ergibt sich ein Rückgang um 0,1 % mom. Dieser ist auf einen Saisoneffekt von –0,3 % mom zurückzuführen, da im November beispielsweise Pauschalreisen typischerweise relativ günstig sind. Saisonbereinigt würde sich ein Monatsanstieg von 0,2 % ergeben, was angesichts um 1,2 % gefallener Energiepreise relativ hoch ist. Gestiegen sind im November Industriegüter ohne Energie mit 0,3 % mom. Dies könnte zum einen auf gewisse indirekte Effekte der im Jahresverlauf gestiegenen Energiepreise hindeuten, reflektiert aber auch höhere Preise für Bekleidung und Schuhe von 0,7 %.

2. Enttäuschend bleibt, dass die Kerninflationsdaten trotz der nun lange anhaltenden unterdurchschnittlichen Wachstumsdynamik nicht stärker gefallen sind. In keiner Abgrenzung liegen sie unterhalb der von der EZB anvisierten 1,7 – 1,9 % yoy (s. Tabelle unten). Dies bestätigt auch die von der EZB diesen Monat vorgestellten Ergebnisse bezüglich der Persistenz von inflationären Entwicklungen in der Eurozone, die fand, dass im Vergleich zu den USA die Preise wesentlich schwächer auf eine Unterauslastung der Volkswirtschaft reagieren. Erkennbar wird dies beispielsweise an den Preisen für Dienstleistungen, die immer noch bei 2,7 % yoy liegen. Dies ist nur marginal unterhalb der Preissteigerung, die die USA mit 2,8 % in diesem Bereich haben. Die Wirtschaft in den USA wuchs in 2004 mit voraussichtlich 4,4 % aber mehr als doppelt so stark wie Euroland mit 1,8 %.

3. Für Dezember erwarten wir saisonbereinigt konstante Preise ggü. Vm., da sinkende Energiepreise die Preiserhöhungen in anderen Bereichen wieder ausgleichen. In der üblichen nichtsaisonbereinigten Darstellung ergibt sich daraus ein Anstieg von 0,3 % mom und 2,2 % yoy. In Deutschland kommt zusätzlich noch der Effekt der Tabaksteuererhöhung dazu. Auch haben hier die um Weihnachten herum teurer werdenden Pauschalreisen ein stärkeres Gewicht, sodass wir eine Preisentwicklung von 1,1 % mom und 2,2 % yoy erwarten (Veröffentlichung voraussichtlich am nächsten Donnerstag).

Quelle: DekaBank

Die DekaBank ist im Jahr 1999 aus der Fusion von Deutsche Girozentrale - Deutsche Kommunalbank- und DekaBank GmbH hervorgegangen. Die Gesellschaft ist als Zentralinstitut der deutschen Sparkassenorganisation im Investmentfondsgeschäft aktiv. Mit einem Fondsvolumen von rund 130 Mrd. Euro gehört die DekaBank zu den größten Finanzdienstleistern Deutschlands. Im Publikumsfondsgeschäft hält der DekaBank-Konzern einen Marktanteil von etwa 20 Prozent.