Noch ist die Konjunkturdynamik in Euroland zwar schwach, aber es zeigen sich erste Silberstreifen am Horizont. Ein solcher ist der ifo-Index für Juli, der sich nach monatelanger Talfahrt nun schon den zweiten Monat in Folge unerwartet stark verbessern konnte. Verantwortlich waren der schwächere Euro und speziell in Deutschland die Hoffnung auf positive Auswirkungen der Neuwahlen.

Zudem hat sich die aufgehellte Stimmung in den USA auch auf Euroland übertragen. Ob die freundlichen Signale allerdings dieses Mal auch die Binnenwirtschaft ankurbeln, ist angesichts der weiterhin vorhandenen strukturellen Probleme ungewiss. Besonders in Deutschland schauen die Konsumenten weiterhin pessimistisch in die Zukunft, was der im Juli zum vierten Mal in Folge gesunkene GfK-Konsumklimaindex belegt.

Aufgrund des weiter relativ schwachen Euro- Dollar-Wechselkurses und der verbesserten Wirtschaftsindikatoren haben die Spekulationen um eine Zinssenkung durch die EZB keine neue Nahrung erhalten. Trotzdem rechnen wir weiter damit, dass der nächste Zinsschritt der EZB nach unten gehen wird.

Hoffnung auf Neuwahlen in Deutschland beflügeln Aktienmarkt weiter

Die Stimmung an den europäischen Aktienmärkten war auch im Juli sehr positiv. Unterstützung bekamen die Kurse dabei von einer freundlichen Wall Street und der Hoffnung auf einen baldigen Regierungswechsel in Deutschland, verbunden mit der Annahme, dass eine konservative Regierung die notwendigen Reformen erfolgreicher bewältigt.

Die fundamentale Bewertung der Aktienmärkte ist im aktuell noch immer niedrigen Zinsumfeld weiter günstig. Zusammen mit der robusten Gewinnentwicklung besteht deshalb gegenwärtig nur wenig Gegenwind für Aktien. Einzige Ausnahme ist der hohe Ölpreis. Sollte dieser sinken, könnte das der Treibsatz für weiter steigende Aktienkurse sein.

Für besonders aussichtsreich halten wir insgesamt weiterhin Telekommunikations- und Versicherungswerte.

Mittelfristig moderater Zinsanstieg

Die schwache Wachstumsdynamik in Euroland wirkt weiter grundsätzlich positiv auf die Rentenmärkte und wird die Zinssenkungsphantasie für die EZB auf mittlere Sicht aufrechterhalten. Angesichts der jüngsten Abschwächung des Euro zum Dollar und der Erholung wichtiger Frühindikatoren aus dem Verarbeitenden Gewerbe wird sie sich aber vorläufig zurückhalten.

Darüber hinaus dürften auch die Einhaltung der Fristenkongruenz bei Versicherern und Pensionskassen sowie demographische Entwicklungen zu vermehrt struktureller Nachfrage nach sicheren Anlagen mit längerer Zinsbindung führen. Insgesamt werden diese Tatsachen aber mittelfristig aufgrund der kleinen zyklischen Verbesserung nicht mehr zu einem derart freundlichen Rentenmarkt wie in der jüngsten Vergangenheit führen - auch wenn die Haltung der EZB, die Zinsen vorerst nicht zu erhöhen bzw. eher weiter zu senken, einem nachhaltigen Renditeanstieg entgegenstehen sollte. Unsere daraus abgeleitete Positionierung ist demgemäß gegenwärtig in Euroland wie in den USA gegenüber der Benchmark leicht untergewichtet.

Quelle: Activest

Activest, die Investmentgruppe der HypoVereinsbank, entstand durch Zusammenlegung der Activest Institutional Investmentgesellschaft mbH und Activest Investmentgesellschaft mbH zum 01. Juli 2002. Zusammen mit der Activest Luxembourg S.A. werden mehr als 20,8 Mrd. Euro in 150 Publikumsfonds für Privatkunden und rund 39,3 Mrd. Euro in 306 Spezialfonds für institutionelle Anleger verwaltet (12/2004). Damit zählt die Gesellschaft zu den größten und erfahrensten Kapitalanlagegesellschaften in Deutschland und kann auf eine mehr als dreizehnjährige Erfahrung im Publikumsfondsbereich und einundvierzigjährige Erfahrung in der institutionellen Vermögensverwaltung zurückgreifen.