Während China die Pandemie schon lange abgehakt hat und längst zu einer "neuen Normalität" (mit noch mehr Überwachung und noch weniger Freiheit für die Bürger) übergegangen ist, wütet die Corona-Pandemie in Europa und Nordamerika weiter unkontrolliert.

Die Industrieländer-Organisation OECD hat wegen neuer Maßnahmen zur Bekämpfung der Virus-Ausbreitung ihre Wachstumserwartungen für die Weltwirtschaft gestern leicht gesenkt. Nach einem Einbruch der Wirtschaftsleistung um 4,2 Prozent in diesem Jahr dürfte es im kommenden Jahr um ebenfalls 4,2 Prozent nach oben gehen, prognostiziert die OECD in ihrem neuen "World Economic Outlook". Die Entwicklung neuer Impfstoffe und bessere Behandlungsmöglichkeiten dürften nach Einschätzung der OECD den Weg zu einer Erholung weisen, allerdings bleibe der Ausblick weiter höchst unsicher, heißt es im Ausblick.

Wie die Prognosen der OECD zeigen, dürfte sich Europa als großer Krisenverlierer erweisen. Während die chinesische Wirtschaft unter dem Strich 2020 trotz Pandemie wachsen konnte (wenn auch deutlich schwächer als in den Vorjahren) und die US-Wirtschaft sich relativ schnell erholen dürfte, ist der wirtschaftliche Schaden in Frankreich, Italien und insbesondere auch Großbritannien besonders groß.

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In den kommenden Jahren dürfte sich die Wirtschaft dann zwar praktisch überall erholen, allerdings in unterschiedlichem Tempo. Ein besonders spannendes Bild ergibt sich, wenn man die OECD-Prognosen für die Jahre 2020, 2021 und 2022 miteinander verknüpft. Dann zeigt sich, dass neben China mehrere asiatische Länder und die USA zwischen 2019 und 2022 trotz zwischengeschalteter Pandemie unter dem Strich ein Wachstum ihrer Wirtschaft verzeichnen dürften.

Die chinesische Wirtschaftsleistung dürfte zwischen 2019 und 2022 sogar um insgesamt mehr als 15 Prozent zulegen, die südkoreanische Wirtschaft immerhin um mehr als fünf Prozent und die indische Wirtschaft um knapp zwei Prozent. Die US-Wirtschaft dürfte im gleichen Zeitraum um 2,9 Prozent wachsen, während es die deutsche Wirtschaft immerhin auf ein mageres Plus von 0,4 Prozent bringt.

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In anderen großen europäischen Ländern sowie in der Eurozone insgesamt dürfte auch 2022 das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht sein. In Ländern wie Italien und Großbritannien muss demnach mit lang anhaltenden Wohlstandsverlusten durch die Pandemie gerechnet werden.

Um eine Erholung zu unterstützen fordert die OECD von der Politik weltweit insbesondere:

  • Stärkung der öffentlichen Gesundheitsdienste durch Investitionen in Gesundheitspersonal, Präventionsstrategien und Kapazitäten sowie effektive Test-, Trace- und Isolationsprogramme und Impfkampagnen. Durch internationale Kooperation sollte sichergestellt werden, dass Impfstoffe überall dort verfügbar sind, wo sie benötigt werden.
  • Ausbau der sozialen Sicherheitsnetze und Verbesserung der Ausbildung von Jugendlichen und Geringqualifizierten. Kinder aus einem benachteiligten Bildungshintergrund sollten fit für das digitale Zeitalter gemacht werden.
  • Unterstützung von Unternehmen durch Zuschüsse und Eigenkapital. Neue Darlehen sollten hingegen vermieden werden, da der Unternehmenssektor in vielen Ländern bereits hoch verschuldet ist. Unterstützung der Unternehmen bei Zukunftsinvestitionen wie der Einführung digitaler Technologien.

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