London (Godmode-Trader.de) - In gemeinsamer Währung bleiben europäische Aktien dieses Jahr bislang hinter anderen Märkten zurück, allerdings nach einer starken Outperformance Ende 2016 und 2017. Den Hintergrund bildeten schwächere Wirtschaftsdaten und, bis vor Kurzem, ein stärkerer Euro, der sich mit einem Wechselkurs von 1,25 US-Dollar/Euro Anfang des Jahres ungünstig auf europäische Aktien auswirkte.

    Zwar gebe es in Bezug auf beide Anlagesegmente - europäische Aktien und Investmentgrade-Unternehmensanleihen - Risiken, räumt die Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments ein. Doch unter dem Strich rechtfertige das jeweilige Umfeld, an der bisherigen Positionierung festzuhalten, schreiben Toby Nangle, Globaler Co-Leiter für Asset-Allokation sowie Multi-Asset-Portfoliomanagerin Maya Bhandari in einem aktuellen Kommentar.

    Der aktuelle Kreditzyklus ist Columbia Threadneedle zufolge ungewöhnlich lang. „Die von unserem Investment Grade Credit Team durchgeführte Analyse der Faktoren, die eine Wende im Kreditzyklus auslösen können, zeigt jedoch, dass die Situation nach wie vor nicht besonders bedrohlich ist, auch wenn dem Markt nicht wirklich eine gesunde Entwicklung bescheinigt werden kann“, so die beiden Fondsmanager. „Wir beobachten fünf potenzielle Auslöser, wobei drei als gelb (straffere Geldpolitik, hohe Bewertungen und ungewöhnlich niedrige, aber steigende Volatilität) gekennzeichnet sind, einer ist rot (Verschlechterung der Bonität der Unternehmen) und nur einer ist grün (gesamtwirtschaftliche Lage)."

    Die Rückstufung der Bonität von im Schnitt „A“ auf „BBB“, bezogen auf den Gesamtmarkt für Investmentgrade-Anleihen, sei mit einer sehr geringen Erhöhung der finanziellen Anfälligkeit verbunden, und die Entschädigung der Kapitalgeber sei im Vergleich etwas höher. Außerdem zeige die vorausschauende Bottom-up-Analyse des US-amerikanischen und europäischen Universums untersuchter Unternehmen, dass sich die Zinsdeckung in den letzten Jahren trotz des höheren Verschuldungsgrads verbessert habe – infolge der bei jeder Refinanzierungsrunde festgeschriebenen niedrigen Renditen. „Somit ist unsere neutrale Haltung gegenüber Unternehmensanleihen derzeit nach wie vor angemessen, wenngleich Spread-Produkte mit kürzerer Duration bei unseren Vermögensverwaltungsmandaten und Multi-Asset-Portfolios zunehmend in den Fokus rücken“, schreiben Nangle und Bhandari.

    In Bezug auf europäische Aktien geht Columbia Threadneedle von einer vorübergehenden Konjunkturschwäche aus. Das laut aktuellen Konjunkturprognosen dieses Jahr in Europa zu erwartende Wachstum von 2,3 Prozent dürfe sich 2018 zumindest in einem zehnprozentigen Anstieg der Unternehmensgewinne niederschlagen, und für 2019 rechnet die Fondsgesellschaft mit einem Gewinnwachstum von acht Prozent. „Außerdem ist der Euro inzwischen schwächer, sodass wir in Bezug auf die Region zuversichtlich bleiben“, erklären Nangle und Bhandari ihre Haltung. Abschwächungen wie beim ifo-Geschäftsklimaindex seien auf wenige Branchen beschränkt, und politische Risiken seien vorerst im Griff.