Peking (Godmode-Trader.de) - Nach amerikanischen Unternehmen berichten nun auch Firmen aus Europa, dass das Umfeld in China schwierig bleibt und sie sich nach wie vor stark benachteiligt fühlen. Die Volksrepublik bleibe eine der restriktivsten Volkswirtschaften der Welt, heißt es in einer Studie der Europäischen Handelskammer in Peking. Zahlreichen Regeln, deren einseitige Durchsetzung sowie Beschränkungen bei der Internet-Nutzung stellten Hindernisse dar. „Eine große Mehrheit sagt, dass sie noch immer keine Öffnung sieht“, so Kammerpräsident Mats Harborn anlässlich der Präsentation der Studie: „Wir sehen in diesem Bereich nicht so viel Fortschritt, wie wir es uns erhofft hatten.“

62 Prozent der befragten Unternehmen aus Europa gaben in der Erhebung demnach an, sie hätten das Gefühl, dass chinesische Firmen in Europa besser behandelt würden als umgekehrt europäische Unternehmen in China. Darüber hinaus hätten es chinesische Firmen leichter, in Europa Übernahmen zu tätigen. Laut der Beratungsfirma EY haben Investoren aus der Volksrepublik 2017 die Rekordsumme von fast 13,7 Milliarden Dollar für Firmenübernahmen und -beteiligungen in Deutschland ausgegeben. Der Bundesrat will nun ein Veto gegen chinesische Übernahmen erleichtern.

Angesichts der voranschreitenden technologischen Aufholjagd des Landes fühlen sich die Europäer vor dem Hintergrund der Ungleichbehandlung fast schon in ihrer Existenz bedroht. Ein neuer Höchstwert von 60 Prozent der befragten Firmen gab demnach an, dass sie ihre chinesischen Konkurrenten mittlerweile als genauso innovativ oder sogar innovativer wahrnehmen würden.