Die Inflation in der Eurozone ist auch im Juni auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Die Verbraucherpreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 8,6 Prozent, wie die Statistikbehörde Eurostat auf vorläufiger Basis mitteilte. Damit wurde erneut die höchste Inflationsrate seit Bestehen der Eurozone verzeichnet. Erwartet worden war eine Inflationsrate von 8,4 Prozent, nach 8,1 Prozent im Vormonat. Der Krieg in der Ukraine hat Gas- und Ölpreise stark steigen lassen und damit den Inflationsdruck weiter angeheizt. Die Inflationsrate gibt an, wie stark sich die Verbraucherpreise gegenüber dem entsprechenden Vorjahresmonat verändert haben.

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Gegenüber dem Vormonat Mai legten die Verbraucherpreise im Juni um 0,8 Prozent zu, nach einem Plus von ebenfalls 0,8 Prozent im Vormonat.

Haupttreiber der Inflation waren erneut die Energiepreise, die nach vorläufigen Daten mit einer Jahresrate von 41,9 Prozent stiegen, nach einem Anstieg mit einer Jahresrate von 39,1 Prozent im Mai. Die Preise von Lebensmitteln, Tabak und Alkohol lagen im Juni um 8,9 Prozent höher als im Vorjahresmonat, nach einem Plus auf Jahressicht von 7,5 Prozent im Mai.

In der sogenannten Kernrate, bei der die stark schwankungsanfälligen Preise für Energie, Alkohol, Tabak und Nahrungsmittel ausgeklammert werden, stiegen die Verbraucherpreise mit einer Jahresrate von 3,7 Prozent, nach 3,8 Prozent im Mai. Im Monatsvergleich stiegen die Verbraucherpreise ohne Energie, Alkohol, Tabak und Nahrungsmittel um 0,2 Prozent.

In Deutschland ist die Inflationsrate von 7,9 Prozent im Mai auf 7,6 Prozent im Juni gesunken, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch auf vorläufiger Basis mitgeteilt hatte. Sondereffekte aus dem Entlastungspaket der Bundesregierung mit Tankrabatt und 9-Euro-Ticket waren mutmaßlich für den leichten Rückgang der Inflation im Juni verantwortlich.

Die Inflationsrate in der Eurozone liegt bereits seit rund einem Jahr über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Trotzdem hat die EZB ihre Geldpolitik bisher nur zögerlich gestrafft. Beim Zinsentscheid am 21. Juli dürfte es zur ersten Leitzinsanhebung seit dem Jahr 2011 kommen

Unter einer besonders hohen Inflation in der Eurozone leiden die drei baltischen Staaten Estland (22,0 Prozent), Litauen (20,5 Prozent) und Lettland (19,5 Prozent). Das Land mit der niedrigsten Inflationsrate im Mai war Malta. Hier stiegen die Verbraucherpreise auf Jahressicht mit einer Rate von 6,1 Prozent.


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