Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte bereits ab Anfang 2018 ihr sogenanntes Niedrigzinsversprechen abändern. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Protokoll der letzten Zinssitzung des EZB-Rates von Mitte Dezember hervor. Die Sprachregelung in Bezug auf die "geldpolitische Ausrichtung" und die "Forward Guidance" könnte "früh im neuen Jahr" überprüft werden, so die EZB. Die EZB-Ratsmitglieder seien sich weitgehend einig gewesen, dass die Kommunikation graduell abgeändert werden müsse, wenn die Wirtschaft weiter wachse und die Inflation sich dem EZB-Ziel von knapp zwei Prozent nähere.

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    Unter "Forward Guidance" versteht die EZB ihr Versprechen, dass die Leitzinsen noch für längere Zeit und weit über das Ende der Anleihekäufe hinaus auf dem aktuellen Niveau verbleiben sollen. Bereits im Dezember hatte der Markt spekuliert, dass die EZB diese Aussage demnächst abändern könnte - als Vorbereitung einer Anhebung der Leitzinsen, die aktuell frühestens für das Jahr 2019 erwartet wird. Zuvor hatte die EZB ihre Aussage im Oktober bereits dahingehend abgeändert, dass in der Forward Guidance die Möglichkeit noch niedrigerer Leitzinsen nicht mehr erwähnt wird. Die EZB-Anleihekäufe sollen noch bis mindestens September 2018 andauern.

    Der Euro zieht nach den Aussagen im EZB-Protokoll deutlich an. EUR/USD überspringt zeitweise wieder die Marke von 1,20.

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