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Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Geldpolitik beim Zinsentscheid am Donnerstag unverändert belassen. Das Volumen des bis mindestens Mitte 2021 laufenden Pandemiekaufprogramms PEPP bleibt bei 1.350 Milliarden Euro (1,35 Billionen Euro), wie die EZB im Rahmen des Zinsentscheids mitteilte. Auch die Laufzeit des PEPP-Programms bis mindestens Juni 2021 bleibt unverändert. Beim Zinsentscheid im Juni hatte die EZB ihr Pandemiekaufprogramm PEPP um 500 Milliarden Euro aufgestockt und die Laufzeit um ein halbes Jahr verlängert. Das monatliche Volumen des APP-Programms bleibt bei 20 Milliarden Euro (plus 120 Milliarden für die Monate März bis Dezember). Die Reinvestitionen aus fälligen Anleihen im Rahmen des PEPP-Programms sollen bis mindestens Ende 2022 erfolgen.

Der Leitzins bleibt auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei plus 0,25 Prozent. Der negative Einlagezins wirkt als "Strafzins" für die Banken und soll diese dazu bewegen, mehr Geld zu verleihen statt es bei der EZB zu parken. Die Zinsen sollen nicht angehoben werden, bis sich der Inflationsausblick auf robuste Weise dem EZB-Ziel annähert, wie es in der sogenannten Forward Guidance der EZB heißt. Die EZB betont in ihrem Statement, dass sie bereit sei, alls Instrumente wenn nötig anzupassen.

Auf der Pressekonferenz sagte EZB-Präsidentin Lagarde, dass die Wirtschaft eine starke Erholung zeige, die im Groben und Ganzen wie erwartet ablaufe. Gleichzeitig bleibe die Wirtschaftsaktivität deutlich unter den Niveaus vor Ausbruch der Corona-Pandemie. Die Unsicherheit belaste die Verbraucherausgaben und Unternehmensinvestitionen. Die Wirtschaft brauche weiterhin eine reichliche geldpolitische Unterstützung. In Bezug auf die Euro-Stärke betonte Lagarde, dass die EZB die Entwicklungen der Wechselkurse genau beobachten werden. Der Eurokurs sorge für Abwärtsdruck bei der Inflation und müsse deshalb genau beobachtet werden. Man habe auf der Ratssitzung über den Euro gesprochen. Gleichzeitig betonte Lagarde, dass die EZB kein Währungskursziel habe. Lagarde bekräftigte zudem, dass die EZB bereit sei, alle Instrumente wenn notwendig anzupassen.

Die Wachstums- und Inflationserwartungen des EZB-Mitarbeiterstabs wurden leicht revidiert. Für 2020 wird nun ein BIP-Minus von 8,0 Prozent erwartet, nachdem bisher ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 8,7 Prozent erwartet worden war. Für 2021 und 2022 revidierte die EZB hingegen ihre Wachstumsprognose auf 5,0 Prozent (bisher: 5,2 Prozent) bzw. 3,2 Prozent (zuvor: 3,3 Prozent) nach unten. Für 2020 wird weiter eine Inflationsrate von 0,3 Prozent erwartet, während die Erwartung für 2021 von 0,8 Prozent auf 1,0 Prozent erhöht wurde. Für 2022 wird wie bisher eine Inflationsrate von 1,3 Prozent erwartet.

Die Wirtschaft hat sich zuletzt eher besser als erwartet entwickelt. Die Inflationserwartungen sind aber extrem schwach, so dass viele Ökonomen erwarten, dass die EZB bei ihrem Zinsentscheid im Dezember weitere Änderungen ihrer Geldpolitik ankündigen könnte.

Marktreaktionen: Die Aktienmärkte, der Euro und der Goldpreis konnten mit Beginn der EZB-Pressekonferenz weiter zulegen, während sie sich zuvor wenig beeindruckt vom Zinsentscheid gezeigt hatten.

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Intraday-Entwicklung wichtiger Basiswerte (z.T. Indikationen)

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