Es bleibt dabei: Das höhere Tempo der Anleihekäufe innerhalb des Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) wird auch im dritten Quartal 2021 fortgesetzt. Damit haben sich die Tauben innerhalb der Europäischen Zentralbank (EZB) erneut durchgesetzt. Dies dürfte an den Kapitalmärkten mit Erleichterung aufgenommen werden. Auch sonst gab es keine Änderungen, weder im Pandemic Emergency Purchase Programme (PEPP) noch in der Bereitschaft, notfalls die geldpolitischen Parameter anzupassen. EZB-Präsidentin Christine Lagarde bezeichnet dies als eine Politik der ruhigen Hand.

So ist dieses Mal noch alles beim Alten geblieben. Doch die Diskussion um Höhe und Ausmaß der notwendigen monetären Unterstützung wird in den kommenden Wochen zunehmen. Immerhin ist die EZB in ihrem Konjunkturausblick erheblich „sicherer“ geworden. So hat sie ihre Projektionen für das BIP-Wachstum für die Jahre 2021 und 2022 deutlich angehoben, und Konjunkturrisiken als weitgehend ausgeglichen bewertet. Zwar hält sie an ihrer Einschätzung fest, dass der Inflationsanstieg eher ein vorübergehendes Phänomen sei, doch auch diese Prognosen wurden für 2021 und 2022 deutlich nach oben genommen, wenn auch für 2022 und 2023 eine Verfehlung des Inflationsziels weiterhin prognostiziert wird. Mehrmals betonte EZB-Präsidentin Lagarde zudem die höheren Projektionen für die Kernrate über den gesamten Prognosehorizont.

Vor diesem Hintergrund lässt sich ein höheres Ankaufvolumen dauerhaft nicht rechtfertigen. Der Einstieg in den Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik dürfte im Herbst mit einer etwas gedrosselten Geschwindigkeit der PEPP-Käufe beginnen, ohne aber das PEPP als Ganzes anzupassen. Wir halten daran fest, dass der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vorsichtig ausfallen wird. Doch sollte jedem klar sein, dass 2022 mit deutlich weniger Unterstützung von Seiten der EZB zu rechnen ist.