Amsterdam (BoerseGo.de) - Gestern gab die Europäische Zentralbank (EZB) eine weitere Leitzinssenkung bekannt und führte erstmals einen Strafzins für Banken ein. Robeco-Chefvolkswirt Léon Cornelissen geht davon aus, dass sich die – unter dem Strich überraschend stark ausfallenden – EZB-Maßnahmen unterstützend auf bestimmte Assetklassen auswirken werden.

„EZB-Chef Mario Draghi hat die Beobachter nicht enttäuscht. Das Maßnahmenpaket samt der neuen Einschnitte bei den Leitzinsen dürfte sich unterstützend auf risikotragende Anlageklassen – Peripherie-Staatsanleihen, High-Yield-Bonds und Aktien – auswirken“, so Léon Cornelissen, Chefvolkswirt beim Investmentmanager Robeco. „Zwar kam der Zinseinschnitt nicht überraschend, das Ausmaß der bekanntgegebenen Maßnahmen dann aber doch.“

Cornelissen kommt zudem zu dem Schluss, dass Inflation für die Eurozone nicht länger Thema sein dürfte – die Rate liege jetzt unterhalb von einem Prozent und damit deutlich niedriger als das offizielle 2-Prozent-Ziel. „Die Tür für die lockere Geldpolitik bleibt offen. Selbst bis Ende 2016 beträgt die Inflationsprognose lediglich 1,5 Prozent“, so der Experte.