London (GodmodeTrader.de) - EZB-Präsident Mario Draghi zückte nicht seine sprichwörtliche große Bazooka, sondern beschränkte sich auf ein kleineres Kaliber. Zugegeben, die Aussicht auf Zinserhöhungen in der Eurozone wurde weiter nach hinten verschoben, womit Zinsen in der Eurozone bis mindestens Mitte 2020 auf dem gegenwärtigen ultraniedrigen Niveau verharren werden, wie Wolfgang Bauer, Fondsmanager im Anleiheteam bei M&G Investments, in einem Kommentar zur jüngsten EZB-Entscheidung schreibt.

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„Aber, um ehrlich zu sein, diese Ankündigung kam wenig überraschend. Der Kollaps der Rendite auf deutsche Staatsanleihen in den vergangenen Wochen signalisierte ja, dass sich die Märkte nicht um mögliche Zinserhöhungen sorgen, sondern ganz im Gegenteil eine weitere Zinssenkung als wahrscheinlicher erachten“, so Bauer.

Auch die vorgestellten Details des TLTRO-III-Programms seien etwas hinter den – zugegebenermaßen wohl zu optimistischen – Erwartungen einiger Marktteilnehmer zurückgeblieben, die damit gerechnet hätten, dass die neue TLTRO-Runde europäischen Banken noch großzügigere Konditionen gewähren würde als die vergangene, heißt es weiter.

„Dennoch, auch wenn die EZB … nicht ganz so weit gegangen ist, wie einige dies wohl erwarten hatten, so zeigt doch die Auflage von TLTRO-III wieder einmal deutlich, dass die EZB die Sorgen europäischer Banken ernst nimmt und bereit ist, bis auf Weiteres äußerst akkommodierend zu agieren, was Investoren im europäischen Bankensektor doch ein wenig beruhigen sollte“, so Bauer.