Um 13.45 Uhr werden die Beschlüsse der "Währungshüter" veröffentlicht. 14.30 Uhr beginnt die Pressekonferenz, auf der EZB-Chef Mario Draghi die Beschlüsse des EZB-Rats erläutert (Verfolgen Sie hierzu unbedingt unseren Liveticker!)

    Marktonsensus sind folgende Elemente:

    • Es wird mit Sicherheit zu einer Verlängerung des Anleihekaufprogramms kommen (die Range reicht von 6-12 Monaten), wobei 9 Monate die wahrscheinlichste Variante ist. Somit wäre im September 2018 Schluss.
    • Gleichzeitig wird das monatliche Ankaufvolumen halbiert auf 30 Mrd. EUR.
    • Die EZB wird sich vorbehalten, das Programm auch noch länger laufen zu lassen, falls die Inflationsrate sich wieder abschwächt.
    • Alle Leitzinsen bleiben unangetastet, bis das Anleihekaufprogramm tatsächlich ausgelaufen ist..

    Spekulation:

    • Die Forward Guidance könnte leicht abgeändert werden. Die aktuelle Variante lautet:
      "Der EZB-Rat geht davon aus, dass die EZB-Leitzinsen für längere Zeit und weit über den Zeithorizont des Nettoerwerbs von Vermögenswerten hinaus auf ihrem aktuellen Niveau bleiben werden". Da die Laufzeit von QE offiziell bisher bis Dezember 2018 terminiert war und sicher verlängert wird, könnte die EZB dies zum Anlass nehmen, die Passage abzuändern, z.B. von "weit über den Zeithorizont" in "über den Zeithorizont ". So würde sich die EZB die Option eröffnen, z.B. die ungeliebten Negativzinsen sehr kurz nach Ende von QE zu eliminieren.
    • Eine Änderung des Kaufschlüssels könnte erfolgen, da einige Anleihen "knapp" werden. Somit könnte der Fokus im letzten QE-Jahr stärker auf den Anleihen der Krisenstaaten liegen.

    Mögliche Marktreaktion:

    • Ein früheres Ende von QE als in 9 Monaten, ein stärkeres Zurückfahren des Volumens als 30 Mrd. EUR monatlich und ein Abändern der Forward Guidance im skizzierten Stil sollten tendenziell den Euro stärken und die Aktienmärkte belasten. (Lesen Sie dazu auch: EUR/USD-Tagesausblick: EZB und Draghi im Fokus) und DAX - Tagesausblick: K(l)eine Panik auf der Titanic - noch spielt das Orchester
    • Ein Weiterführen ohne Befristung oder Dauer > 9 Monate, ein Kaufvolumen > 30 Mrd. EUR monatlich und eine unveränderte Forward Guidance sollten Euro tendenziell schwächen und Aktienmärkte stärken
    • Falls beschlossen wird den Kaufschlüssel zu ändern, dürfte das speziell deutsche Anleihen belasten.
      Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen