Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Eifert die Europäische Notenbank EZB der US-Federal Reserve nach? Das Thema Reduktion der Anleiheankäufe (Tapering) nimmt nun auch in Europa Fahrt auf. Österreichs Notenbankchef und EZB-Ratsmitglied Robert Holzmann zufolge könnte die Notenbank in Erwägung ziehen, eine Reduzierung der Wertpapierankäufe im Rahmen des Pandemie-Programms PEPP (Volumen 1,85 Billionen Euro, Laufzeit bis mindestens März 2022, Juli-Ankäufe im Volumen von 88 Mrd. Euro) vorzunehmen. Er, so Holzmann am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, würde sich für eine Reduzierung des PEPP-Programms im vierten Quartal dieses Jahres aussprechen. Auf der kommenden Zinssitzung am 9. September werde definitiv darüber diskutiert, die Anleihenkäufe im Rahmen von PEPP zu verringern, sagte Holzmann.

EZB-Chefvolkswirt Philip Lane äußerte kürzlich, dass der Maßstab für die Anleiheankäufe die Einhaltung günstiger Finanzierungsbedingungen sei. Könnte dieses Ziel mit weniger Ankäufen auch erreicht werden, würde das Programm gedrosselt werden.

Auch laut Frankreichs Notenbank-Chef François Villeroy de Galhau wird die EZB auf der kommenden Ratssitzung am 09. September über das Tempo ihrer Anleihenkäufe beraten, da sich die Finanzierungsbedingungen zuletzt verbessert hätten. „Eine Reduktion und perspektivische Beendigung der Ankäufe ist für die Märkte positiv zu werten, da diese Maßnahmen Ausdruck konjunktureller Widerstandskraft als auch Ausdruck der Funktionsfähigkeit des Finanzintermediationsprozesses sind“, kommentierte Solvecon Invest.