Begründung:

    Wenn die Inflation niedriger als erwartet ausfällt, dann werden wieder Deflationsängste geschürt, und nach herrschender Lesart geht „man“ dagegen mit ultralockerer Geldpolitik vor.

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    Wenn die Inflation dagegen höher als erwartet ausfällt, wird der ohnehin schon starke Euro wohl weiter aufwerten. Die EZB hat aber mehr als deutlich gemacht, dass sie nicht gedenkt, die Entwicklung des Wechselkurs weiter zu ignorieren. Dabei spielen zwei Faktoren eine Rolle: Einerseits schwächt der starke Euro die Exportwirtschaft, andererseits kommt es dadurch zu „importierter Deflation“. Womit wir wieder beim Kernthema sind, denn die Inflationierung ist das Hauptanliegen der EZB. Soll die relative Verschuldung in der Eurozone heruntergefahren werden, dann muss das BIP nominal steigen

    Wer hindert die EZB eigentlich noch, die „Dicke Bertha“ um den „Schweren Gustav“ zu ergänzen und ein Rundumsorglos-QE-Programm aufzulegen? Eine Bremse ist sicherlich noch Deutschland. Hierzulande wird Inflation als viel gefährlicher denn Deflation eingestuft. Ferner gibt es wohl einige rechtliche und technische Bedenken hinsichtlich der Umsetzung eines europäischen "Quantitative Easing", die aber vermutlich alle aus dem Weg geräumt werden.

    Zentralbanken sind heute umfassende und mächtige Zinsfestsetzungs-und Preislenkungsbehörden. Das Machtpotenzial kann allerdings schnell zu Allmachts-Phantasien führen, und diese sind unübersehbar. Die drei wichtigsten Zentralbanken der Welt (Fed, EZB und Bank of Japan) versuchen die Märkte in einem Ausmaß zu lenken, der einer freien Marktwirtschaft beinahe unwürdig erscheint.

    Freie Marktwirtschaft, gibt es das überhaupt? Im Finanzbereich gewiss nicht.

    Ein abschließender Hinweis sei noch erlaubt: Sowohl Dicke Bertha als auch Schwerer Gustav waren auf dem Papier eindrucksvolle "Wunder-Waffen", die aber im Kriegsverlauf eine schwere Enttäuschung darstellten und letztlich nichts bewirkten. Der Krieg wurde dennoch verloren.

    Ihr

    Daniel Kühn

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