• EUR/USD - Kürzel: EUR/USD - ISIN: EU0009652759
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Wie erwartet hat die EZB ihre Geldpolitik im Rahmen des heutigen Zinsentscheids nicht verändert. Der Leitzins wurde auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent belassen. Der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent und der Spitzenrefinanzierungssatz bei plus 0,25 Prozent. Das Pandemie-Anleihenkaufprogramms PEPP soll bis mindestens März 2022 fortgesetzt werden. Das Gesamtvolumen bleibt unverändert bei 1,85 Billionen Euro (1.850 Milliarden Euro). Im dritten Quartal sollen die Käufe weiterhin deutlich umfangreicher ausfallen werden als während der ersten Monate des Jahres. Dies hatte die EZB bereits beim Zinsentscheid im Juni mitgeteilt. Das Volumen des regulären Anleihenkaufprogramms APP bleibt bei 20 Milliarden Euro pro Monat.

Zinserhöhungen dürften noch für einige Zeit ausgeschlossen sein, obwohl die Inflationsrate zuletzt bereits in der Nähe von zwei Prozent lag. So betont die EZB, dass der mittelfristige Inflationsausblick immer noch deutlich unter dem EZB-Ziel liege. Vor Zinserhöhungen müsse sich abzeichnen, dass die Inflationsrate deutlich vor dem Ende des EZB-Prognosehorizonts auf zwei Prozent steige und dort auch für den Rest des EZB-Prognosehorizonts verbleibe. Der Prognosehorizont der EZB bezieht sich in der Regel auf drei bis vier Jahre. "Dies geht unter Umständen damit einher, dass die Inflation vorübergehend moderat über dem Zielwert liegt", heißt es im Statement. Im Mai hatte die Inflationsrate in der Eurozone bereits bei zwei Prozent gelegen und im Juni bei 1,9 Prozent. Die EZB sieht diesen Anstieg aber bisher nur als vorübergehend an und erwartet mittelfristig wieder eine niedrigere Inflationsrate. Dies alleine würde Zinserhöhungen laut dem heutigen Statement vorerst ausschließen. So erwartet die EZB bisher für 2022 eine

Anfang Juli hatte die EZB die Ergebnisse ihrer längerfristigen Strategieüberprüfung bekannt gegeben. In diesem Rahmen hatte die EZB ihr Inflationsziel angepasst und mitgeteilt, den Klimaschutz künftig bei geldpolitischen Entscheidungen berücksichtigen zu wollen.

Im Rahmen ihres veränderten Inflationsziels strebt die EZB künftig eine Teuerungsrate von zwei Prozent im mittelfristigen Zeitfenster an. Die EZB betont, dass das neue Inflationsziel symmetrisch ist, dass also Abweichungen nach unten ebenso unerwünscht sind wie Abweichungen nach oben. Zugleich weist die EZB explizit darauf hin, dass vorübergehend auch eine moderat höhere Inflation akzeptiert werden könnte. Zuvor hatte die EZB ihr Ziel der Preisstabilität als eine Inflationsrate von "unter, aber nahe zwei Prozent" definiert.

Update: Auf der Pressekonferenz betonte EZB-Präsident Christine Lagarde, dass der Inflationausblick bisher deutlich unter dem EZB-Ziel liege. Die Pandemie werfe weiterhin einen Schatten auf die Wirtschaft. Die Inflation habe angezogen, bleibe aber verhalten. Der jüngste Inflationsanstieg sei voraussichtlich vorübergehend und durch Basiseffekte und einen starken Anstieg der Energiepreise getrieben. Niemand wolle die Geldpolitik zu früh straffen. Über die Zukunft des Pandemiekaufprogramms PEPP sei nicht diskutiert worden. Vor einer Zinsanhebung müsse die Inflation auf zwei Prozent steigen und verlässlich über dieser Marke bleiben, so Lagarde.

In Bezug auf die Formulierung in der neuen Forward Guidance, dass die Inflationsrate "deutlich vor dem Ende des Projektionszeitraums" nach den Erwartungen des EZB-Rates auf zwei Prozent steigen müsse und dann auf diesem Niveau verbleiben müsse, um Zinserhöhungen zu rechtfertigen, sagte Lagarde, das deutlich vor Ende des Zeithorizonts ungefähr die Mitte des Zeithorizonts bedeuten könnte. Derzeit prognostiziert die EZB die Inflationsentwicklung für die Jahre 2021 bis 2023, ab September kommt 2024 hinzu. Nach den von der EZB veröffentlichten Bedingungen müsste die Inflationsrate ungefähr von der Mitte bis zum Ende des Prognosezeitraums in jedem Jahr bei über zwei Prozent liegen. Derzeit erwartet die EZB für 2022 eine Inflationsrate von 1,5 Prozent und für 2023 von 1,4 Prozent.