Paris (GodmodeTrader.de) - In seiner aktuellen „Investment Strategy“ untersucht das Research von Lyxor Asset Management, welche Möglichkeiten der EZB zur Verfügung stehen, um im Notfall italienische Banken zu stützen. Lionel Melin, Senior Cross Asset Strategist, verweist darauf, dass eine wichtige Unterstützung für die Staatsanleihen im nächsten Jahr entfallen wird, wenn die EZB nur noch die Mittel aus fälligen Anleihen wieder anlegt.

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Eine Verlängerung des QE-Programms hält er trotzdem für extrem schwierig und unwahrscheinlich, weil es zum einen Probleme des Reflationierungsprogramms quasi offiziell machen würde und zum anderen an formale Grenzen stoßen würde. Schließlich würden Ende des Jahres tatsächlich 33 Prozent der am Markt verfügbaren Bundesanleihen in den Händen der EZB liegen, heißt es.

„Neue TLTROs (langfristige Refinanzierungstender mit negativem Zinssatz, von denen der erste im Juni 2020 ausläuft) halten wir für die wahrscheinlichste Lösung. Sie könnten zwar als Verzögerung der Normalisierung interpretiert werden. Aber die Märkte erwarten ohnehin nahezu unveränderte Leitzinsen und – dank des fehlenden Ehrgeizes der Bundesregierung, einen ‚Falken‘ zu installieren – einen neuen EZB-Präsidenten, der eher den ‚Tauben‘ zuzurechnen ist“, so Melin.

Aus Anlegersicht liege das Risiko darin, dass angesichts der moderaten, aber kontinuierlichen konjunkturellen Erholung und der Verbesserung der Lohnprofile im Euroraum die zehnjährigen Bund-Renditen stärker als erwartet stiegen, heißt es weiter. „Wir untergewichten langfristige Staatsanleihen der Eurozone und bevorzugen kürzere Laufzeiten“, so Melin.