Für den starken Kursrutsch der Kryptowährung Bitcoin waren offenbar riesige Bitcoin-Verkäufe durch den Insolvenzverwalter der einstmals größten Bitcoin-Börse Mt. Gox mitverantwortlich. Im vergangenen halben Jahr verkaufte der Insolvenzverwalter Bitcoin im Wert von rund 400 Millionen Dollar, wie in der vergangenen Woche bekannt wurde.

    ANZEIGE

    Mt. Gox war einstmals die größte Bitcoin-Börse überhaupt. Mehr als 70 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen fanden auf Mt. Gox statt. Nach einem Diebstahl von 850.000 Bitcoin und Betrugsvorwürfen musste die Börse allerdings im Februar 2014 den Betrieb einstellen und einen Insolvenzantrag stellen.

    Das Insolvenzverfahren ist bis heute noch nicht abgeschlossen. Im vergangenen halben Jahr hat der Insolvenzverwalter Nobuaki Kobayashi im Auftrag der Gläubiger von Mt. Gox einen Teil der als Kryptowährung vorliegenden Insolvenzmasse zu Geld gemacht.

    Um die Gläubiger auszuzahlen, hat der Insolvenzverwalter seit September 2017 insgesamt 35.841 Bitcoin und 34.008 Bitcoin Cash verkauft. Die Menge der verkauften Bitcoin entspricht rund zehn Prozent der Menge an Coins, die im entsprechenden Zeitraum durch Mining weltweit neu geschaffen wurden. Durch die Verkäufe des Insolvenzverwalters hat sich also das Angebot an Bitcoin deutlich erhöht.

    In der Kryptoszene wird nun spekuliert, dass der Insolvenzverwalter zunächst eine Pause einlegen dürfte - oder sogar ganz aufhören könnte, die restlichen Bitcoin zu verkaufen. Die nächste Gerichtsanhörung im Zuge des Insolvenzverfahrens ist erst für den 18. September 2018 angesetzt. Bis dahin habe Nobuaki Kobayashi keine Autorisierung, weitere Bitcoin zu verkaufen, schreibt der gut vernetzte Bitcoin-Blogger Coin Panda bei Twitter.

    Fällt-BITCOIN-erst-wieder-im-September-Kommentar-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-1

    Es könnte aber sogar sein, dass die Verkäufe ganz aufhören. Der Insolvenzverwalter will nämlich offenbar prüfen, ob die restlichen 166.000 Bitcoins nicht direkt an die Gläubiger fließen könnten - statt sie vorher zu verkaufen.

    Paradoxerweise können durch die bisherigen Bitcoin-Verkäufe offenbar bereits jetzt sämtliche Ansprüche der Gläubiger von Mt. Gox befriedigt werden. Möglich ist das, weil sich der Wert der Bitcoin seit dem Zeitpunkt des Insolvenzantrags im Jahr 2014 vervielfacht hat. Nach der Bitcoin-Rally der vergangenen Jahre übersteigen die Vermögenswerte die Verbindlichkeiten inzwischen deutlich. Rückblickend ist Mt. Gox also gar nicht insolvent.

    Ganz unwidersprochen blieb die Behauptung, dass die Verkäufe durch den Insolvenzverwalter nun vorerst beendet sein könnten, allerdings nicht. So schrieb ein japanischer Twitter-User, dass der Insolvenzverwalter die restlichen Coins auch durchaus vor dem Gerichtstermin im September verkaufen könne. Der Insolvenzverwalter habe bereits jetzt die Möglichkeit, sämtliche Coins zu verkaufen.

    Ob der Insolvenzverwalter weitere Coins verkauft, lässt sich leicht beobachten. Die Bitcoin-Adressen, in denen sich die Coins der Insolvenzmasse von Mt. Gox befinden, sind öffentlich bekannt. Auf dieser Seite wird automatisch beobachtet, ob es bei diesen Wallets wieder zu Transaktionen kommt. Zuletzt ist es offenbar nicht zu weiteren Verkäufen gekommen.

    Sie interessieren sich für spannende Anlagethemen? Folgen Sie mir kostenlos auf der Investment- und Analyseplattform Guidants, um keinen Artikel zu verpassen!