Der Ölpreis bleibt unter Druck. Nachdem die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) am Freitag die Entscheidung über mögliche Förderkürzungen ins kommende Jahr verschoben hat, sehen einige Experten den Ölpreis bereits in Richtung von 20 Dollar fallen.

    "Es ist keine Frage dass die Preise weiter fallen werden", sagte Warren Gilman, Chef des in Hongkong angesiedelten Rohstoffinvestmentunternehmens CEF Holdings, dem Finanzsender CNBC. Nach Einschätzung von Gilman dürfte der Ölpreis zunächst die "niedrigen 30er" ansteuern. "Werden die 30er in Richtung der 20er unterschritten? Das ist durchaus eine Möglichkeit für 2016", so Gilman.

    Der Ölpreis ist seit Mitte 2014 wegen eines deutlichen Überangebots unter Druck. Der Fracking-Boom in den USA hat zu einem deutlichen Anstieg der globalen Ölproduktion geführt. Trotz der gesunkenen Preise ist die Produktion aus dem Fracking in den USA, die im Vergleich zur konventionellen Ölerzeugung deutlich teurer ist, bisher aber nicht nennenswert zurückgegangen.

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    Die OPEC-Länder konnten sich bisher nicht auf Produktionskürzungen einigen. Obwohl der niedrige Ölpreis zu großen Löchern in den Staatshaushalten vieler OPEC-Länder führt, wollen Länder wie Saudi-Arabien verhindern, Marktanteile an die neue US-Konkurrenz abgeben zu müssen. Bleiben die Preise niedrig, so das Kalkül der OPEC-Länder, werden zunächst die Fracking-Unternehmen aus den USA ihre Produktion deutlich zurückfahren müssen.

    Selbst wenn sich die OPEC-Länder im kommenden Jahr auf Förderkürzungen einigen sollten, könnte das Überangebot auf dem Ölmarkt sogar noch zunehmen. Denn nach dem Fall der westlichen Sanktionen könnte der Iran seine Ölexporte wieder deutlich ausweiten.

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    WTI-Ölpreis in Dollar